Google Pixel: Universität baut Server aus 2.000 alten Smartphones
Die Universität von Kalifornien in San Diego will aus 2.000 alten Pixel-Smartphones einen Server bauen, der als Backend für den Unterricht fungieren soll. Aktuell wird dafür zum größten Teil Cloudcomputing verwendet. Die Universität wird bei dem Projekt, das auch als Machbarkeitsstudie gedacht ist, durch Google unterstützt(öffnet im neuen Fenster).
Die alten Pixel-Smartphones werden auseinandergenommen, da für die Verwendung als Server nur das Mainboard mit dem Prozessor und dem Speicher verwendet wird. Bauteile eines Smartphones wie der Bildschirm sind nicht notwendig, andere Komponenten wie der Akku sind sogar nicht für die Nutzung im Rahmen eines Servers zertifiziert.
Die Rechenleistung der einzelnen Platinen wird zusammengeschlossen. Google zufolge soll die Single-Thread-Rechenleistung moderner Smartphones gleichwertig mit der aktueller Multicore-Server sein. Ein Cluster aus 20 Smartphone-Platinen soll für Klassen mit mindestens 75 Studenten ausreichen. Die Latenzen sollen unter denen eines AWS-Backends liegen.
Linux-Distro als Software
Als Software wird eine Linux-Distribution verwendet. Das ursprünglich auf den Smartphones laufende Android ist zwar auch ein Linux-System, mit der neuen Distro werden aber bestimmte Sicherheitsmechanismen deaktiviert. Diese sind für ein Consumer-Gerät wichtig, nicht aber bei einem Einsatz im Rahmen eines Serversystems.
Der Server aus 2.000 Smartphones soll Hunderte Unterrichtsklassen gleichzeitig unterstützen können. Dabei sollen die Kosten wesentlich niedriger sein als sonst für einen vergleichbar großen Server. Das Serversystem soll im Herbst 2026 an den Start gehen.
Der Golem-Blick
Seit Jahren ist es nicht nur in Deutschland ein Problem, dass ältere, aber noch sehr leistungsfähige Smartphones ungenutzt in Schubladen schlummern. Die Leistungsfähigkeit ist meist noch hoch genug, um die Geräte für andere Zwecke weiterzuverwenden.
Die Nutzung von alten Smartphones als Server ist interessant, nicht nur aus Kostengründen, sondern auch im Hinblick auf Umweltaspekte. Inwieweit sich das System in der Praxis bewährt, wird ab Herbst 2026 zu beobachten sein.
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