Google-Patent: Programm soll Behörden über Video-Uploads informieren

Mit einem neuen Verfahren will Google ein Radar für "interessante Ereignisse" installieren. Profitieren sollen davon nicht nur Nachrichtenmedien, sondern auch die Behörden.

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Ein Fall für den Google-Alarm: Jugendliche auf einem Rihanna-Konzert in Paris
Ein Fall für den Google-Alarm: Jugendliche auf einem Rihanna-Konzert in Paris (Bild: Bertrand Guay/AFP/Getty Images))

Mit zwei neuen Patenten will Google Situationen aufspüren, bei denen mehrere Nutzer am selben Ort Videos ins Netz laden. Dem US-Patentantrag Nummer 20140025755 zufolge ist es wahrscheinlich, dass in solchen Fällen ein "interessantes Ereignis" stattfindet, über das Ermittlungsbehörden, Nachrichtenagenturen oder Blogs informiert werden könnten. Als Beispiele für solche Ereignisse nennt Google öffentliche Versammlungen, Auftritte oder auch Unfälle.

In einem weiteren Patent (Nummer 20140025754) will Google die Video-Autoren selbst darüber informieren, dass andere Nutzer ebenfalls Videos zu diesem Ereignis hochgeladen haben. Die "Mob Source Video"-Technik basiert darauf, dass Zeit- und Ortsangaben von hochgeladenen Videos miteinander verglichen werden. Sollte innerhalb eines definierten Umkreises in einem angegebenen Zeitraum eine bestimmte Anzahl von Videos hochgeladen werden, würden Behörden oder andere Nutzer darüber informiert.

Raum für Überwachungsfantasien

Der Antrag nennt keine konkreten Videoportale wie youtube.com oder das soziale Netzwerk Google+ als Quelle, sondern spricht lediglich allgemein von einem "Speicher", der ausgewertet werden soll. Schon seit anderthalb Jahren gibt es die Möglichkeit, in Google+ den sogenannten Partymodus zu aktivieren. Dabei werden Fotos von einer Veranstaltung unter den Gästen ausgetauscht und erscheinen im Stream der teilnehmenden Personen.

Die Tatsache, dass die Ermittlungsbehörden an erster Stelle als potenzielle Kunden für die Videoauswertung genannt werden, bietet Raum für Überwachungsfantasien. Vor allem, wenn die Möglichkeiten der Gesichtserkennung einbezogen werden. Der Aufwand, Nutzervideos von einer Demonstration im Internet zu sammeln und auszuwerten, wäre deutlich geringer, wenn Google diese Videos anhand von Zeit- und Ortsmarken zur Verfügung stellen würde. Der Patentantrag sieht allerdings ausdrücklich vor, den Autor um Zustimmung zu bitten, dass sein Video für die Ereignisauswertung genutzt werden darf. Möglich ist natürlich auch, die Geodaten in der Kamera zu deaktivieren.

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