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Google: Mit 3D- und Offlinekarten gegen Apple

Google will künftig seine Kartendienste in detaillierten 3D-Darstellungen und für mobile Geräte auch offline auf Android-Geräten zur Verfügung stellen. Mit einem riesigen Fotorucksack sollen zudem Streetmap-Aufnahmen von unwirtlichen Orten entstehen.
/ Andreas Donath
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3D-Kartenmaterial auf mobilen Geräten (Bild: Google)
3D-Kartenmaterial auf mobilen Geräten Bild: Google

Google versprach auf seiner Presseveranstaltung, dass in Kürze eine Android-App von Google Maps erscheinen wird, die die Karten auch offline anzeigen kann. Gerade auf Reisen ist das interessant, weil so teure Mobilfunkgebühren vermieden werden. Der Benutzer wird vor dem Reiseantritt Kartenbereiche von über 100 Ländern herunterladen und speichern können. Ob man auf diesen Karten navigieren kann, sagte Google nicht.

Google erzeugt aus Luftbildaufnahmen 3D-Modelle von Städten
Google erzeugt aus Luftbildaufnahmen 3D-Modelle von Städten (00:48)

Gegenüber Engadget erklärte Google(öffnet im neuen Fenster) , dass die Offlinefunktion auf allen Android-Geräten angeboten wird, die mindestens mit Android 2.2 alias Froyo laufen. Als Lab-Funktion kann Google Maps für Android bereits Kartendaten vorab herunterladen , allerdings nur in einem Umkreis von 16 km und nicht länderweise, wie es für die Zukunft geplant ist.

Die Karten-Apps von Google sollen zudem bald detailgetreue 3D-Ansichten zahlreicher Großstädte anzeigen können. Ende 2012 sollen vor allem Großstädte in den USA und Europa auf diese Weise zu betrachten sein. Dazu wurden Luftbildaufnahmen aus einem Winkel von 45 Grad aus vier Richtungen aufgenommen, die mit den Mitteln der Photogrammetrie(öffnet im neuen Fenster) zu einem 3D-Modell verrechnet werden, das texturiert angezeigt wird. Die 3D-Darstellung soll nicht nur auf Desktops, sondern auch auf mobilen Geräten funktionieren.

Trekker als mobile Aufnahmeeinheit für Street View
Trekker als mobile Aufnahmeeinheit für Street View (00:31)

Das Bildmaterial von Google Street View soll künftig auch Orte umfassen, die mit dem Auto oder dem Fahrrad nicht erreichbar sind. Dazu hat Google einen Rucksack ("Trekker") mit einer Kamerakuppel entwickelt. Im Rucksack sind die Stromversorgung und die Rechnertechnik untergebracht. Eine Kugel mit mehreren Kameras ragt über den Kopf des Rucksackträgers hinaus und nimmt damit kontinuierlich die Umgebung auf. Die Konstruktion wiegt etwas mehr als 15 kg. Damit sollen zum Beispiel Ansichten aus dem Grand Canyon für Street View gemacht werden.

Wann die Neuerungen eingeführt werden, verriet Google noch nicht. Das Presse-Event war vermutlich vorgezogen worden, weil erwartet wird, dass Apple am Montag, dem 11. Juni 2012 seinerseits einen eigenen Kartendienst ankündigt, der angeblich auch 3D-Kartenmaterial auf dem iPhone und dem iPad anbieten soll.

Die Basis dafür sind wie bei Google 45-Grad-Aufnahmen aus Flugzeugen. Vermutlich wird dazu die Technik der Firma C3 genutzt, die Apple übernahm . Die Firma war Teil des Luftfahrt- und Rüstungskonzerns Saab. Die Abweichung der Daten von den Vorbildern soll bei etwa zehn Zentimetern liegen, gab C3 bekannt, als das Unternehmen noch eigenständig war. 2009 übernahm Apple bereits Placebase, eine Kartensoftwareentwicklerfirma. Im Sommer 2010 wurde das 3D-Kartenunternehmen Poly9 gekauft.


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