• IT-Karriere:
  • Services:

Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen

Wenn Karten nicht mehr von Menschen, sondern allein von Maschinen erstellt werden, erfinden diese U-Bahn-Linien, Hochhäuser im Nationalpark und unmögliche Routen. Ein kurze Liste zu den Grenzen der Automatisierung.

Artikel von veröffentlicht am
Digitale Weltkarten sind zwar beeindruckend, aber nicht immer korrekt.
Digitale Weltkarten sind zwar beeindruckend, aber nicht immer korrekt. (Bild: TIMOTHY A. CLARY/AFP/Getty Images)

Vor wenigen Wochen haben wir über einen kuriosen Fehler berichtet, bei dem Google die Daten aus dem ÖPNV offensichtlich falsch interpretierte und für Google Maps schlicht eine neue U-Bahn-Linie in Berlin erfand. Das ist nicht nur ärgerlich für Touristen und Anwohner, sondern leider auch alles andere als ein Einzelfall, wie schon eine kurze Umfrage in unserer Redaktion zeigt.

Inhalt:
  1. Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
  2. Wo eine Route ist, ist auch (k)ein Weg

Es ist zwar klar, dass Karten - egal ob analog oder digital - immer mal wieder auch ärgerliche Falschinformationen aufweisen können. Doch vor allem bei dem sehr häufig genutzten Google Maps fällt auf, dass diese Art störender und irritierender Fehler wohl auf die massive Automatisierungsstrategie des Dienstes zurückzuführen ist.

Eigentlich ist es durchaus im Sinne der Nutzer des Dienstes, auf viele verschiedene Arten der automatischen Datenauswertung zu setzen. Insbesondere Google baut sein Geschäftsmodell seit mehr als 20 Jahren genau darauf auf. Dank der Automatisierung kann ein digitaler Kartendienst viele nützliche Zusatzinformationen und natürlich auch vielfältigere Kartendaten bieten, die so in traditionell erstellten Karten kaum zu finden sein dürften.

Dieses vollständige Vertrauen in die Arbeit von Maschinen und Programmen führt aber wie bei der erfundenen U-Bahn-Linie zu vermeidbaren Fehlern. Im Folgenden stellen wir kurz einige weitere derartiger Fehler vor, die eben nicht nur kurios sind, sondern auch die Grenzen der Automatisierung ohne menschliche Korrektur zeigen - und das bei so vermeintlich einfachen Informationen wie Kartendaten. Wir beschränken uns dabei zwar auf das weit verbreitete Google Maps, aber andere Dienste und Wettbewerber dürften teils ähnliche Probleme haben, da Karten immer weniger durch Menschen erstellt werden.

Dichte Zivilisation im Nationalpark

Stellenmarkt
  1. Hays AG, Ulm
  2. Deloitte, Berlin

Google Maps zufolge stehen unzählige Hochhäuser im Nationalpark Sächsische Schweiz. Dabei sind Neubauten im Nationalpark natürlich verboten - und es sind auch keine da. Nur die berühmten Sandsteinfelsen.

  • Diese Hochhäuser sind eigentlich Sandsteinfelsen. (Bild: Google Maps/ Screenshot Golem.de
Diese Hochhäuser sind eigentlich Sandsteinfelsen. (Bild: Google Maps/ Screenshot Golem.de

Dabei ist die Darstellung durchaus raffiniert. Die dargestellten Häuser sind nicht nur rechteckig, sondern haben unterschiedliche Umrisse und sogar verschiedene Höhen. Es ist leicht nachvollziehbar, dass hier die trainierte Bilderkennung für Gebäude sich getäuscht hat. Immerhin stehen da große hell leuchtende Felsnadeln in einer sonst monotonen Umgebung.

Von Google Maps erfundene Gebäude lassen sich anhand dieses relativ einfachen Musters - eine Oberfläche, die sich stark von ihrer Umgebung abhebt - auch leicht an anderen Orten finden. Dazu gehören etwa Kläranlagen, Sportplätze oder große Betonplatten, die im Boden verlegt sind.

Bei Google Maps werden aber nicht nur Objekte erfunden und dargestellt, die so in Wirklichkeit gar nicht existieren, wie eben Gebäude. Auch bei dem häufig genutzten Routing setzt der Anbieter stark auf Automatisierung, obwohl auch hier eine menschliche Kontrolle wohl von Vorteil wäre.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Wo eine Route ist, ist auch (k)ein Weg 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 2,49€
  2. (-28%) 17,99€
  3. (-70%) 5,99€

spyro2000 23. Aug 2019

Bis heute ist es nicht möglich, Google Maps während der Fahrt einfach simpel mitzuteilen...

Bluejanis 21. Aug 2019

TomTom wurde hier doch gar nicht verglichen - oder? Bei den physischen Geräten waren...

Bluejanis 21. Aug 2019

Vermutlich hattest du einfach Glück. Vielleicht ist deine Toleranz auch nicht so schnell...

teleborian 20. Aug 2019

Für Geschäfte können Anfänger auch https://www.onosm.org benutzen. https://giswiki.hsr.ch...

quizpalme 19. Aug 2019

Karten brauchen Menschen, aber diese Menschen müssen auch die Fehler korrigieren. Man...


Folgen Sie uns
       


Nintendo Ring Fit Adventure angespielt

Mit Ring Fit Adventure können Spieler auf der Nintendo Switch einen Drachen bekämpfen - und dabei gleichzeitig Sport machen.

Nintendo Ring Fit Adventure angespielt Video aufrufen
Sendmail: Software aus der digitalen Steinzeit
Sendmail
Software aus der digitalen Steinzeit

Ein nichtöffentliches CVS-Repository, FTP-Downloads, defekte Links, Diskussionen übers Usenet: Der Mailserver Sendmail zeigt alle Anzeichen eines problematischen und in der Vergangenheit stehengebliebenen Softwareprojekts.
Eine Analyse von Hanno Böck

  1. Überwachung Tutanota musste E-Mails vor der Verschlüsselung ausleiten
  2. Buffer Overflow Exim-Sicherheitslücke beim Verarbeiten von TLS-Namen
  3. Sicherheitslücke Buffer Overflow in Dovecot-Mailserver

Staupilot: Der Zulassungsstau löst sich langsam auf
Staupilot
Der Zulassungsstau löst sich langsam auf

Nach jahrelangen Verhandlungen soll es demnächst internationale Zulassungskriterien für hochautomatisierte Autos geben. Bei höheren Automatisierungsgraden strebt die Bundesregierung aber einen nationalen Alleingang an.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Autonomes Fahren Ermittler geben Testfahrerin Hauptschuld an Uber-Unfall
  2. Ermittlungsberichte Wie die Uber-Software den tödlichen Unfall begünstigte
  3. Firmentochter gegründet VW will in fünf Jahren autonom fahren

Macbook Pro 16 Zoll im Test: Ein Schritt zurück sind zwei Schritte nach vorn
Macbook Pro 16 Zoll im Test
Ein Schritt zurück sind zwei Schritte nach vorn

Keine Butterfly-Tastatur mehr, eine physische Escape-Taste, dünnere Displayränder: Es scheint, als habe Apple beim Macbook Pro 16 doch auf das Feedback der Nutzer gehört und ist einen Schritt zurückgegangen. Golem.de hat sich angeschaut, ob sich die Änderungen auch lohnen.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Audioprobleme Knackgeräusche beim neuen Macbook Pro 16 Zoll
  2. iFixit Kleber und Nieten im neuen Macbook Pro 16 Zoll
  3. Macbook Pro Apple gibt fehlerhafte Butterfly-Tastatur auf

    •  /