Wo eine Route ist, ist auch (k)ein Weg

Bleiben wir der Einfachheit halber direkt in der Sächsischen Schweiz. Den interessierten Touristen und lokalen Wanderern dürfte bei einem Blick auf Google Maps sofort das extrem dichte Wegenetz dort auffallen. Ein Vergleich mit den offiziellen Geodaten des Landes Sachsen zeigt, dass diese offensichtlich die Quelle für Google Maps sind.

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Eigentlich muss man Google hier sogar zugutehalten, dass das Unternehmen auf die offiziellen Daten zurückgreift. Wohl zum Leidwesen der Parkranger ignoriert Google aber die speziellen Erfordernisse des Schutzgebietes und weist auch jene historischen Wege aus, die inzwischen offiziell aus Naturschutzgründen gesperrt sind.

Mit dem Auto über Stock und Stein

Doch noch viel irritierender ist, dass Google die übernommenen Wegedaten auf sehr eigene Art und Weise interpretiert, was sich am Routing zeigt. So kann etwa mit dem Auto vermeintlich problemlos durch die Kernzone des Nationalparks gefahren werden.

Wobei laut Google sogar massive Steilstücke samt Holzstufen mit vier Rädern überwunden werden können. Ebenso können demnach mit dem Mountainbike enge Steiganlagen mit teilweise Hunderten Treppenstufen bewältigt werden. Beides ist natürlich weder erlaubt noch praktisch möglich.

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Derartige Fehler im Routing scheinen keine kleinen Einzelfälle zu sein. So berichten Kollegen in der Redaktion etwa, das Google-Routing habe jahrelang Probleme damit gehabt, Fußgänger über Wendeltreppen zu schicken. Im Falle zweier Rheinbrücken in Köln und Düsseldorf ist dies immer noch der Fall. In Sydney vergaß Google Maps sogar, einen bereits in der Karte vorhandenen Straßentunnel in das Routing einzubeziehen.

Völlig erratisch ist das Routing für den öffentlichen Nahverkehr. Das ist mal vollständig, mal nicht vorhanden und oft auch völlig unlogisch. Statt kurzer Fußwege zwischen zwei Haltestellen etwa wird geradezu zwanghaft die Nutzung der Verkehrsmittel empfohlen, was teilweise deutlich über 30 Minuten Zeit kosten kann.

All diese Probleme sind in Anbetracht der schieren Informationsfülle von Google Maps und dem damit verbundenen riesigen Angebot an Möglichkeiten zur Nutzung des Dienstes nahezu vernachlässigbar. Wenn es aber darauf ankommt, nerven diese Fehler extrem. Eben weil bei einer menschlichen Prüfung der Daten all das sicher aufgefallen und korrigierbar gewesen wäre. Dass ein solches System funktionieren kann, hat die Openstreetmap bewiesen. Dort werden maschinell erstellte Kartendaten durch Menschen verifiziert. So ein Vorgehen würde auch Google Maps helfen.

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 Google Maps: Karten brauchen Menschen statt Maschinen
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spyro2000 23. Aug 2019

Bis heute ist es nicht möglich, Google Maps während der Fahrt einfach simpel mitzuteilen...

Bluejanis 21. Aug 2019

TomTom wurde hier doch gar nicht verglichen - oder? Bei den physischen Geräten waren...

Bluejanis 21. Aug 2019

Vermutlich hattest du einfach Glück. Vielleicht ist deine Toleranz auch nicht so schnell...

teleborian 20. Aug 2019

Für Geschäfte können Anfänger auch https://www.onosm.org benutzen. https://giswiki.hsr.ch...



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