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Google: Fuchsia soll Linux-Binaries ausführen können

Googles experimentelles Betriebssystem Fuchsia soll kompatibel zu Linux werden. Das soll Android-Apps dienen.
/ Sebastian Grüner
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Die Blumengattung der Fuchsien dient als Namensgeber für das Betriebssystem von Google. (Bild: Pixabay)
Die Blumengattung der Fuchsien dient als Namensgeber für das Betriebssystem von Google. Bild: Pixabay

Das für Fuchsia zuständige Entwicklungsteam bei Google plant offenbar einen Mechanismus, mit dem auf dem experimentellen Betriebssystem auch unveränderte Linux-Binärdateien ausgeführt(öffnet im neuen Fenster) werden können. Das geht aus einem Entwurfs- und Planungsdokument für diese Funktion hervor, das die Beteiligten nun öffentlich einsehbar diskutieren. Das erstmals im Jahr 2016 vorgestellte Betriebssystem Fuchsia ist mehr oder weniger von Grund auf neu erstellt, so dass existierende Programme speziell zur Nutzung mit Fuchsia angepasst werden müssen. Die Linux-Kompatibilität könnte das ändern.

Geplant ist, die Anwendungen im Userspace auszuführen und dort die Systemschnittstelle über eine zu Linux kompatible ABI zur Verfügung zu stellen. Statt Code aus dem Linux-Kernel zu verwenden, soll die Schnittstelle von dem Fuchsia-Team selbst als Userspace-Programm erstellt werden. Dies soll als Übersetzungsschicht dienen und die Linux-Aufrufe auf ein passendes Fuchsia-Subsystem überführen. Das Team geht davon aus, dass einige Teile von Fuchsia selbst dazu umgebaut werden müssen.

Bisher bietet Fuchsia schon eine Kompatibilitätsschicht zu einigen Posix-Funktionen. Wegen des neuartigen Betriebssystemansatzes von Fuchsia müssen zur Nutzung dieser Schnittstelle Anwendungen aber immer noch leicht angepasst werden. Das funktioniert auch, sofern der Quellcode zur Verfügung steht und das Team das Kompilieren der Anwendungen selbst übernehmen kann.

"Während wir das Ökosystem der Software erweitern, die wir auf Fuchsia ausführen möchten, stoßen wir auf Software, die wir auf Fuchsia ausführen möchten und die wir nicht neu kompilieren können" , heißt es dazu in dem Text. Konkret bezieht sich das Team auf Android-Apps, die neben dem Java- oder Kotlin-Code eben auch über nativen Linux-Code verfügen. Um diese Apps auszuführen, muss Fuchsia Linux-Binärdateien ausführen können, ohne diese zu modifizieren. Die Arbeiten an dem Linux-Support in Fuchsia in Bezug auf Android sind demnach wohl schlicht eine logische Konsequenz aus dem Port der Android-Runtime auf Fuchsia .


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