Google: EU macht mit Strafen für Big Tech weiter

Die EU-Kommission ist bereit, im kommenden Jahr eine hohe Strafe gegen Google wegen Verstößen beim App-Marktplatz Play Store zu verhängen. Das berichtet Reuters(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf mit den Vorgängen vertraute Personen.
Demnach soll Google mit einer Strafzahlung in noch unbekannter Höhe belegt werden, wenn es keine Verbesserungen beim Play Store vornimmt. Die EU kritisiert wie zuvor bei Apple, dass Entwickler in Googles App-Marktplatz keine ausreichenden Möglichkeiten haben, Nutzer in andere Bezahlkanäle mit günstigeren Konditionen für die Programmierer zu führen.
Des Weiteren soll die EU-Kommission die Service-Gebühr bemängeln, die bei der Erstinstallation einer App fällig wird. Diese sei aus Sicht der Behörde zu hoch angesetzt, so Reuters.
Googles Anpassungen scheinen der EU noch nicht zu reichen
Zwar hatte Google bereits einige Regeln im Play Store angepasst, allerdings nicht so stark wie Apple bei seinem App Store. Die Änderungen im App Store gelten Reuters' Quellen zufolge als Maßstab für Google. Es wird erwartet, dass Apples Marktplatz von der Kommission nun als DMA-konform eingestuft werde.
Dass die EU-Kommission weiterhin Strafen gegen große US-amerikanische Tech-Unternehmen anpeilt, kann als Zeichen gewertet werden, dass sich die Behörde nicht von der Kritik der US-Regierung und ihren Verbündeten beeindrucken lässt. Vor allem die jüngste Strafankündigung gegen X hatte teilweise heftige Vorwürfe hervorgerufen.
So warf der Eigner von X, Elon Musk, der EU Zensur vor und forderte die Abschaffung des Bündnisses . Auch die US-Regierung in Person des Vizepräsidenten J. D. Vance hatte der EU vorgeworfen, US-amerikanische Unternehmen "wegen Müll" anzugreifen.
US-Regierung sieht "Zensur"
Die vermeintliche "Zensur der freien Meinungsäußerung" schaffte es sogar in die neue Sicherheitsstrategie der US-Regierung, in der sie vor einem angeblichen Verlust der Demokratie und Meinungsfreiheit in Europa warnt. Im Falle der Strafe gegen X hatte sich die EU auch unbeeindruckt von vorigen Warnungen seitens der USA gezeigt.



