Abo
  • IT-Karriere:

Google: Datensammler verspricht Datenkontrolle

Das erste Mal seit Jahren hat Google auf seiner Entwicklerkonferenz neue Hardware vorgestellt. Während der Eröffnungsansprache wurde diese aber erstaunlich schnell abgehandelt. Stattdessen wollte Google seine Nutzer davon überzeugen, dass ihre Daten sicher sind.

Eine Analyse von veröffentlicht am
Der Eingang zur Google I/O 2019
Der Eingang zur Google I/O 2019 (Bild: Tobias Költzsch/Golem.de)

Nach über einer Stunde Ansprache war es endlich so weit: Google stellte auf seiner Entwicklerkonferenz I/O neue Hardwareprodukte vor: die Smartphones Pixel 3a und Pixel 3a XL. Es war das erste Mal seit Jahren - Google hatte auf seinen vergangenen Entwicklerkonferenzen eher neue Software, Entwicklerfunktionen und Ergebnisse aus der Forschung präsentiert, etwa im Bereich künstlicher Intelligenz. Davon gab es bei der diesjährigen Keynote aber leider auch kaum etwas zu sehen.

Stellenmarkt
  1. Bietigheimer Mediengesellschaft mbH, Bietigheim-Bissingen
  2. CPA Software Consult GmbH, Langenfeld

Euphorie bezüglich der neuen Smartphones war bei den Zuschauern nicht zu spüren. Das mag einerseits daran gelegen haben, dass die Überraschung fehlte: Fast alle Daten zu den beiden Geräten waren vorab schon bekannt. Zum anderen wurden die Geräte nicht gerade spannend vorgestellt. Die Präsentation dauerte nur wenige Minuten und war eher Pflicht als Kür. Die Funktionen der Geräte wurden kurz erklärt, dann die Farben und der Preis - das war's.

Über das kommende Android Q wurde ebenfalls nur wenig Neues erzählt, einige interessante Informationen waren aber immerhin dabei. Spannend erscheinen uns beispielsweise die Live-Untertitel, die systemweit eingeblendet werden können. Andere Funktionen wie die Gestensteuerung oder der Dark Mode wurden nur in Halbsätzen erwähnt. Hauptanliegen der Keynote-Ansprache war ganz offenbar, die Besucher der I/O und die Zuschauer des Livestreams davon zu überzeugen, dass ihre Daten sicher sind.

Das Thema Datenschutz und Privatsphäre sind auch Kernthemen des kommenden Android Q. Google tue viel für den Datenschutz, versicherte Google-Chef Sundar Pichai, beispielsweise sollen Nutzer in Zukunft noch einfacher ihre gespeicherten Daten verwalten können. So lassen sich die Privatsphäreneinstellungen künftig einfacher erreichen, indem Nutzer einfach auf ihr Profilfoto in verschiedenen Google-Anwendungen klicken. Erst kürzlich hatte Google zudem die Möglichkeit eingeführt, dass aufgezeichnete Standort- und Aktivitätsdaten nach einer bestimmten Zeit automatisch gelöscht werden können.

Das ändert natürlich nichts an der Tatsache, dass Google wie auch Facebook an den Daten der Nutzer verdienen, etwa über die Schaltung von zugeschnittener Werbung. Gratis ist Google nicht, Anwender zahlen mit ihren Daten - was vielen Menschen gar nicht bewusst sein dürfte. An diesem Geschäftsmodell ändert auch eine offenere Verwaltung der persönlichen Daten nichts. Das so offen zu sagen, wäre aber sicherlich nicht gut für das Image von Google. Und so versuchte Sundar Pichai - ebenso wie Mark Zuckerberg bezüglich Facebook auf der kürzlich abgehaltenen F8 -, die Zuschauer davon zu überzeugen, dass mit dem Datenschutz bei Google alles in Ordnung sei.

Google setzt auf die Außendarstellung

Die letzte halbe Stunde wurde schließlich noch genutzt, auf das soziale Engagement des Unternehmens zu verweisen. Derartige Aktivitäten sind absolut lobenswert, die Frage ist allerdings, inwieweit das Thema Besucher einer Entwicklerkonferenz interessiert. In den vergangenen Jahren hat Google für die Entwickler eine Menge interessanter Neuigkeiten präsentiert, beispielsweise die Einbindung von Kotlin als Programmiersprache in Android. Die diesjährige Keynote hingegen bot für die Kerngruppe der I/O-Besucher eher wenig.

Letztlich waren die Adressaten der Ansprache offenkundig nicht das Publikum im Saal. Für Programmierer gab es auf der zentralen Veranstaltung der Konferenz wenig neue spannende Informationen. Auch diejenigen, die sich auf die neuen Smartphones gefreut haben, wurden enttäuscht. Google hat es verpasst, in diesen Bereichen Akzente zu setzen. Stattdessen zielte Google auf die Außenwirkung - und damit am eigentlichen Kern der I/O vorbei.



Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Lenovo Y25f-10 144 Hz für 159€)
  2. (u. a. Anno 1800 - Sonderausgabe für 33€ und Fast & Furious 6 Steelbook für 4,99€)
  3. 249,99€ + 5€-Versand (USK 18) - Bestpreis!
  4. (aktuell u. a. Corsair T1 Race 2018 in diversen Farben für 229,90€ + Versand. Bestpreis!)

cpt.dirk 11. Mai 2019

Außer dem offenen Geheimnis, dass auch Google diese Daten an die NSA weitergibt...

cpt.dirk 09. Mai 2019

... "Man kann ab jetzt nicht sagen, dass Ihre Daten sicher sind - sie sind es!"

tk (Golem.de) 08. Mai 2019

Hallo! Durch die Zeitverschiebung bin ich etwas zu spät dran mit meiner Antwort, aber...


Folgen Sie uns
       


Motorola One Action im Hands On

Motorola hat das One Action vorgestellt. Das Mittelklasse-Smartphone hat eine Actionkamera eingebaut, die mit einem 117 Grad großen Weitwinkel und einer digitalen Bildstabilisierung versehen ist. Das One Action hat eine gute Mitteklasseausstattung und kostet 260 Euro.

Motorola One Action im Hands On Video aufrufen
Ryzen 7 3800X im Test: Der schluckt zu viel
Ryzen 7 3800X im Test
"Der schluckt zu viel"

Minimal mehr Takt, vor allem aber ein höheres Power-Budget für gestiegene Frequenzen unter Last: Das war unsere Vorstellung vor dem Test des Ryzen 7 3800X. Doch die Achtkern-CPU überrascht negativ, weil AMD es beim günstigeren 3700X bereits ziemlich gut meinte.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Epyc 7H12 & Ryzen 5 3500X AMD bringt 280-Watt-CPU und plant günstigen Sechskerner
  2. Agesa 1003abba Microcode-Update taktet Ryzen 3000 um 50 MHz höher
  3. Agesa 1003abb Viele ältere Platinen erhalten aktuelles UEFI für Ryzen 3000

IAA 2019: PS-Wahn statt Visionen
IAA 2019
PS-Wahn statt Visionen

IAA 2019 Alle Autobosse bekennen sich auf der IAA zur Nachhaltigkeit, doch auf den Ständen findet man weiterhin viele große, spritfressende Modelle. Dabei stellt sich die grundsätzliche Frage: Ist das Konzept der Automesse noch zeitgemäß?
Eine Analyse von Dirk Kunde


    Umwelt: Grüne Energie aus der Toilette
    Umwelt
    Grüne Energie aus der Toilette

    In Hamburg wird in bislang nicht gekanntem Maßstab getestet, wie gut sich aus Toilettenabwasser Strom und Wärme erzeugen lassen. Außerdem sollen aus dem Abwasser Pflanzennährstoffe für die Landwirtschaft gewonnen werden. Dafür müssen aber erst einmal die Schadstoffe aus den Gärresten gefiltert werden.
    Von Monika Rößiger

    1. Fridays for Future Klimastreiks online und offline

      •  /