VM-Werkzeuge für Kernel und Userspace

Der Beschreibung von Concierge zufolge handelt es sich dabei um einen Systemdienst, der im Userspace läuft und die Lebenszeit von VMs überwacht und für deren Starten und Beenden verantwortlich ist. Concierge ist aber nicht das einzige Werkzeug, das für die VM-Funktion notwendig ist.

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So arbeitet Concierge in Verbindung mit dem Dienst Maitred, der als Init-Prozess in der VM fungiert. Dieser Init-Dienst ist darüber hinaus für das Starten der eigentlichen Anwendung in einem Container zuständig. Für den Container verwendet Google sein selbst gebautes Werkzeug Minijail, das bereits auf Chrome OS und Android genutzt wird.

Diese Kombination aus Concierge, Maitred und auch Minijail erinnert entfernt an das Linux-Werkzeug Systemd-Nspawn, mit dem sich auf üblichen Linux-Distributionen schnell und leicht andere Linux-Systeme starten lassen. Die Systemd-Entwickler bezeichnen dies als "Chroot auf Steroiden", was dazu passt, dass Crostini "ausgefallene" Croutons sind, also auch eine ausgefallene Chroot-Umgebung für Chrome OS.

Virtualisierte Geräte

Grundlage der vm_tools bildet das in Rust geschriebene Werkzeug Crosvm, das bereits im September vergangenen Jahres erschienen ist. Crosvm und die VM-Werkzeuge sorgten damals für einige Spekulationen in Bezug auf den möglichen künftigen Einsatzzweck in Chrome OS.

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Crosvm bildet letztlich die Basis des gesamten Crostini-Aufbaus. Dieses Werkzeug sorgt für die eigentliche Virtualisierung, um "nicht vertrauenswürdige Betriebssysteme" mit virtualisierten Geräten zu starten. Dabei wird aber keine Hardware emuliert, sondern die Geräte werden mit Hilfe der KVM-Schnittstellen umgesetzt. Das heißt, ein Gast-System greift über sogenannte Virtio-Treiber auf die Fähigkeiten des Hostsystems zu, hier also Chrome OS.

Neben den üblichen Treibern für Block-Geräte, Netzwerk und Socket unterstützt Crosvm standardmäßig auch einen Virtio-Wayland-Treiber. Letzterer ist von einem Entwickler des Linux-Beratungsunternehmens Collabora, aufbauend auf den Arbeiten von Google, für den sogenannten Mainline-Kernel portiert worden. In den Patches dazu heißt es, damit könnten Wayland-Clients, die in einer VM laufen, mit einem Compositor auf dem Host-System kommunizieren.

Chrome OS benutzt bereits einen Wayland-Compositor und -Server. Dieser ist standardmäßig für die Verwendung von Android-Apps auf Chromebooks vorgesehen und bekommt nun offensichtlich eine weitere Aufgabe.

Eigenes Linux-System als VM

Noch völlig unklar ist jedoch, welches Root-Dateisystem für das Gastsystem in dem hier für Chrome OS als Host beschriebenen Szenario verwendet wird. In diesem Gastsystem wiederum sollen ja die eigentlichen Linux-Anwendungen zur Entwicklung ausgeführt werden.

Google selbst arbeitet hierfür offenbar an einem Projekt mit Namen Termina, das vermutlich von Chrome OS selbst abgeleitet ist. Darüber hinaus finden sich in dem Issue-Tracker zu der Funktion immerhin mehrfach Referenzen auf Debian, das die Google-Entwickler intern auch selbst verwenden, sowie auf den Gnome-Desktop.

Ob Nutzer aber eigene Root-Dateisysteme für die Crostini-Funktion verwenden können oder etwa nur ausgewählte, die von Google bereitgestellt werden, ist derzeit noch offen. Details zu der Virtualisierung und dem neuen Entwicklermodus dürfte Google aber auf seiner kommenden Hausentwicklermesse I/O im Mai bekannt geben.

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 Google: Chromebooks bekommen "Linux-VMs" und "Terminal"
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