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Google: Chrome testet deutlich verbesserte Kompression

Das Chrome -Team testet eine Möglichkeit der Wiederverwendung von Wörterbüchern zur Kompression und verspricht bis zu 90 Prozent Verbesserung.
/ Sebastian Grüner
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Ungewöhnlicher Namensgeber für einen Algorithmus: Brotli oder eben Brötchen (Bild: Pixabay)
Ungewöhnlicher Namensgeber für einen Algorithmus: Brotli oder eben Brötchen Bild: Pixabay

Das Entwicklungsteam von Googles Chrome-Browser hat in seinem Blog ein Experiment als sogenannten Origin-Trial angekündigt(öffnet im neuen Fenster) , der die Möglichkeiten zur Kompression der von Servern an den Browser übertragenen Daten deutlich verbessern soll. Dafür setzt das Team auf eine bereits vor Jahren so ähnlich schon einmal erprobte und damals nicht final umgesetzte Idee: das Teilen und Wiederverwenden von Wörterbüchern zur Kompression.

Konkret umgesetzt wird das nun für das ursprünglich von Google initiierte Brotli sowie für das inzwischen ebenfalls sehr weit verbreitete Zstandard. Beide Kompressionsalgorithmen setzen auf die sogenannte Wörterbuchmethode(öffnet im neuen Fenster) . Brotli nutzt dabei die Idee eines vordefinierten Wörterbuchs, das zahlreiche Schlüsselwörter und Phrasen verwendet, die im Web-Kontext zum Einsatz kommen. Das Wörterbuch bei Zstandard kann komplett durch die Nutzer vorgegeben werden, was mit Brotli ebenfalls zusätzlich möglich ist.

In der nun vorgestellten Idee wird bekannter Code, also etwa eine Version einer Javascript-Bibliothek als Wörterbuch für ein nachfolgendes Versionsupdate dieser Bibliothek genutzt. In einem App-Update müssen dann nur noch die komprimierten Änderungen verteilt werden.

Aber auch für dynamische Web-Inhalte lassen sich laut Google Wörterbücher übergreifend verwenden, wenn diese einige einheitliche Komponenten verwenden. Das Entwicklungsteam listet einige praktische Beispiele auf Github(öffnet im neuen Fenster) und erreicht demnach mit der neuen Methode Steigerungen der Kompressionsrate um 30 bis 90 Prozent, je nach Einsatzgebiet.

Besonders hilfreich wird die Methode am Ende wohl, wenn tatsächlich auch zahlreiche geteilte Ressourcen verschiedener Anwendungen auf die Wörterbücher zurückgreifen. Laut Google arbeiten daran bereits verschiedene CDN-Betreiber. Technisch umgesetzt wird das Verteilen der neuen spezifischen Wörterbücher über neue Header. Zum Experimentieren mit der Technik kann diese über einen Chrome-Flag aktiviert werden. Wer die Technik für seine Webseite produktiv testen will, muss sich für den Origin-Trial registrieren.


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