Google: Chrome spart Speicher durch Löschen von Tabs

Die aktuelle Version 108 von Googles Chrome-Browser enthält einen sogenannten Memory Saver und einen Energy Saver. Wie der Name schon sagt, soll der Memory Saver die Nutzung von Arbeitsspeicher reduzieren, was wiederum das Browsen mit Chrome flüssiger machen soll. Der Ankündigung zufolge sollen(öffnet im neuen Fenster) damit bis zu 40 Prozent oder 10 GByte Speicher freigegeben werden können. Ähnliche Funktionen bieten bereits auch der Edge - und Firefox-Browser(öffnet im neuen Fenster) .
Konkret werden dabei in Chrome jene Tabs, die gerade nicht mehr aktiv genutzt werden, einfach aus dem Speicher gelöscht. Laut der Entwicklungsdokumentation(öffnet im neuen Fenster) geschieht dabei das Gleiche wie beim Schließen der Tabs durch Nutzer. Favicon, Titel und der Tabeintrag im Browser-UI bleiben jedoch bestehen.
Zwar hat Google dieses Vorgehen bereits schon länger in Chrome umgesetzt, allerdings nur in Situationen, in denen dem System wirklich nur noch wenig Speicher zur Verfügung stand. Mit Version 108 wird dies aber häufiger geschehen. Nutzer können das Verhalten für bestimmte Seiten unterdrücken.
Webentwickler sollten entsprechend auf das Verhalten vorbereitet sein, empfiehlt Google. Dazu heißt es: "Bei reinen Inhaltsseiten wirkt sich das Verwerfen und erneute Laden eines Tabs wahrscheinlich nicht auf die Benutzererfahrung aus, aber bei umfangreichen, interaktiven Webseiten mit komplexen Benutzerabläufen kann ein Neuladen mitten in diesem Fluss äußerst frustrierend sein, wenn die Webseite nicht in der Lage ist, die Seite genau dort zu öffnen, wo der Benutzer aufgehört hat."
Dass eine Seite durch den Memory Saver gelöscht wurde, lässt sich direkt durch eine Document-Abfrage erfahren. Außerdem empfiehlt das Team von Google, den Zustand einer interaktiven Seite mit Nutzereingaben immer zwischenzuspeichern, um dahin zurückkehren zu können. Klicken Nutzer auf einen der Tabs mit gelöschtem Inhalt, wird die Seite neu geladen.
Längere Akkulaufzeit
Der ebenfalls angekündigte Energiesparmodus wird aktiv, sobald der Ladestand des Akkus im Gerät unter 20 Prozent fällt. Chrome werde dann die Hintergrundaktivitäten verringern und visuelle Effekte wie Animationen oder Videos auf Webseiten technisch begrenzen, erklärte das Team. Hierbei werde schlicht die Bildwiederholrate des Displays heruntergesetzt. Problematisch werden sollte das für Entwickler aber nur, falls diese von einer garantierten Darstellung mit 60 Hz ausgehen.
Selbstständig aktiviert werden kann das Verhalten über die Option chrome://flags/#high-efficiency-mode-available . In den Einstellungen erscheint dann ein neuer Untermenüpunkt zur Leistung. Unterstützt wird dies laut Google auf Windows, MacOS und ChromeOS.



