Google-Chef: Eric Schmidt sieht schon wieder das Ende des Internets

Als Eric Schmidt auf dem Weltwirtschaftsforum von Davos nach der Zukunft des Web befragt wurde, sagte er dem Hollywoodreporter zufolge(öffnet im neuen Fenster) : "Ich werde ganz einfach damit antworten, dass das Internet verschwinden wird." Der Google-Chairman erklärte das noch näher. Es gebe bald "so viele Geräte, Sensoren und Dinge, die man am Körper trägt, dass man es nicht einmal bemerkt" . Der Informatiker meinte also wohl offenbar, dass das Internet so selbstverständlich ein Teil des Lebens werden soll, dass man sein Vorhandensein nicht mehr wahrnimmt.
Das erinnert stark an Zauberei - und damit auch an das dritte Clarkesche Gesetz(öffnet im neuen Fenster) : "Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden." Diese Regel hatte der britische Science-Fiction-Schriftsteller Arthur C. Clarke 1973 in einem Essay aufgestellt. Sie wird seitdem häufig nicht nur in der Literatur zitiert, sondern oft auch von Visionären der Hightech-Branche, die damit beispielsweise das endgültige Ziel der Entwicklung von Benutzerfreundlichkeit beschreiben.
Eric Schmidt nutzte die Gelegenheit zur Frage nach der Zukunft der Internets US-Berichten zufolge aber auch, um von der Dominanz seines Unternehmens abzulenken. Vor allem durch den boomenden Markt für Smartphone-Apps gebe es eine ganze Menge neuer, relevanter Unternehmen, sagte der Google-Manager. "Ich sehe das derzeit als einen vollständig offenen Markt an" , sagte Schmidt.
Dennoch bleibt ein offenes, funktionierendes Internet die Geschäftsgrundlage von Google. Noch im Oktober 2014 hatte Schmidt bei einer Diskussion über die Massenüberwachung des Netzes davor gewarnt , das Internet könne in einzelne, von Staaten kontrollierte Teile aufgespaltet werden.