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Google Brazos: Wassergekühlte Server in Bestandsrechenzentren nutzen

Grundsätzlich ist Brazos nur ein Wasser-Luft-Wärmetauscher. Das Design soll aber die Nutzung in bestehenden Rechenzentren besonders einfach machen.
/ Johannes Hiltscher
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Auch Google betreibt noch einige Rechenzentren mit Luftkühlung und klassischem Warm-Kaltgang-Aufbau. (Bild: Google)
Auch Google betreibt noch einige Rechenzentren mit Luftkühlung und klassischem Warm-Kaltgang-Aufbau. Bild: Google

Insbesondere KI-Hardware ist fast nur noch in Form wassergekühlter Systeme zu bekommen. Bei einer Leistungsaufnahme von 1.000 W oder mehr ist die entstehende Abwärme anders praktisch nicht mehr abzuführen.

Für Bestandsrechenzentren, die nicht über eine Infrastruktur für Flüssigkühlung verfügen, ist das allerdings ein Problem. Manche moderne Hardware lässt sich darin nicht unterbringen.

Für dieses Szenario hat Google Cloud Brazos entwickelt(öffnet im neuen Fenster). Dabei handelt es sich um einen Wasser-Luft-Wärmetauscher im Rackformat. Hierdurch lässt sich das System einfach in die bestehende Rechenzentrumsstruktur einbinden, erforderlich sind allerdings getrennter Warm- und Kaltgang.

Damit sollen sich Bestandsrechenzentren mit neuer Hardware bestücken lassen, ohne erst das komplette Kühlsystem umzubauen. Das kann das für Übergangszeiten interessant sein oder wenn nur wenige wassergekühlte Systeme installiert werden und eine vollständige Umrüstung des zu aufwendig wäre. Da Google allerdings dem Standard Open Rack V3 folgt, ist das Brazos-Rack breiter als ein reguläres 19-Zoll-Rack.

Redundant, wartungsfreundlich und offen

Brazos ist voll integriert, der Kühlwasserkreislauf eines wassergekühlten Racks kann direkt angeschlossen werden. Intern ist Googles System modular und redundant aufgebaut.

Verbaut sind drei einzelne Wärmetauscher mit redundanten, im Betrieb tauschbaren Pumpen und Lüftern. Die drei Teileinheiten sind, wie auch bei Servern üblich, zu Wartungszwecken mittels Schienen ausziehbar. All das soll Ausfallzeiten vermeiden und schnelle Reparaturen ermöglichen.

Eine Kontrolle ist direkt am Rack möglich, die Steuerung erfolgt per Modbus over TCP. Brazos erfasst dabei Temperatur, Druck sowie Flussrate und soll auch Leckagen erkennen und melden.

Laut Googles Blogpost werden nicht näher benannte Hardwarepartner das System kommerziell anbieten. Das Design selbst will Google über das Open Compute Project teilen.

Es sieht eine Versorgung mit 40 – 60 V Gleichspannung vor und ist mit deionisiertem Wasser sowie PG25 (Wasser mit 25 Prozent Propylenglykolbeimischung) kompatibel. Die Kühlleistung liegt bei 60 kW, was dazu führen kann, dass die Bestückung von Racks reduziert werden muss.


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