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Firma bezahlt: Türen der Waymo-Robotaxis müssen manuell geschlossen werden

Die autonomen Taxis von Waymo stranden regelmäßig im Verkehr – weil Passagiere die Türen offen lassen. Waymo zahlt bis zu 80 Dollar an Helfer.
/ Andreas Donath
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Türen müssen bei den Waymo-Rototaxis manuell geschlossen werden. (Bild: Peter Steinlechner/Golem.de)
Türen müssen bei den Waymo-Rototaxis manuell geschlossen werden. Bild: Peter Steinlechner/Golem.de

Autonome Fahrzeuge gelten als Zukunft der Mobilität. Die Realität sieht anders aus: Weil die Waymo-Nutzer beim Aussteigen offenbar manchmal die Türen offen stehen lassen, könnten die Autos nicht weiterfahren, berichtet die Washington Post(öffnet im neuen Fenster) .

Offene Türen legen Robotaxis lahm

Waymo hat für solche Fälle mittlerweile ein System eingerichtet. Über die App Honk bezahlt das Unternehmen Menschen, die gestrandete Fahrzeuge retten. Der Dienst funktioniert wie Uber – nur, dass hier keine Menschen transportiert werden, sondern Robotaxis auf menschliche Pannenhilfe warten.

Die Tätigkeiten reichen vom Türenschließen bis zum Abschleppen von Fahrzeugen, denen der Strom ausgegangen ist. Ein Video, in dem ein Helfer eine Waymo-Tür schließt, wurde mehr als 400.000 Mal angesehen.

Waymo zahlt bis zu 80 Dollar pro Einsatz

Helfer erhalten 22 bis 24 Dollar fürs Türenschließen und 60 bis 80 Dollar fürs Abschleppen. Ärgerlich: Die Fahrzeuge sind schwer zu finden. Das Aufspüren dauert zwischen 10 Minuten und einer Stunde.

Am 20. Dezember 2025 eskalierte die Situation. Ein Stromausfall in San Francisco legte die Waymo-Flotte teilweise lahm. Abschleppunternehmen berichteten von zahlreichen Anfragen. In sozialen Medien kursierten Bilder von Robotaxis, die den Verkehr blockierten. Waymo erklärte, die Fahrzeuge behandelten Kreuzungen mit defekten Ampeln so, als würde an jeder Straße ein Stoppschild stehen. Normalerweise greifen dann aus der Ferne menschliche Fahrer ein. Das Ausmaß des Stromausfalls führte jedoch zu einem Rückstau bei den Fernbedienern. Die Fahrzeuge blieben länger stehen als üblich. Künftig sollen die Fahrzeuge entschlossener fahren und weniger auf menschliche Hilfe angewiesen sein, verspricht Waymo.

Peter Steinlechner fährt Waymo in San Francisco zur Probe
Peter Steinlechner fährt Waymo in San Francisco zur Probe (09:59)

Waymo weitet seinen Betrieb 2026 auf Miami, Dallas, Houston, San Antonio und Orlando aus. Der Bedarf an menschlichen Helfern dürfte steigen. In San Francisco testet das Unternehmen bereits eine neue Fahrzeuggeneration des chinesischen Herstellers Zeekr mit automatisch öffnenden Minivan-Türen.

Der Fall zeigt: Autonome Fahrzeuge sind noch weit von echter Autonomie entfernt. Bis Robotaxis tatsächlich selbstständig fahren, bleiben Menschen als Helfer unverzichtbar.


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