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Good Luck, Have Fun, Don't Die: Ein Film, so blöd wie der KI-Slop, den er kritisiert

Good Luck, Have Fun, Don't Die ist ein Statement gegen ungezügelten KI-Einsatz – auf die schlechteste Art. Dem Film fehlen menschliche Qualitäten.
/ Daniel Pook
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Filmposter von Good Luck, Have Fun, Don't Die (Bild: Constantin Film)
Filmposter von Good Luck, Have Fun, Don't Die Bild: Constantin Film
Inhalt
  1. Good Luck, Have Fun, Don't Die: Ein Film, so blöd wie der KI-Slop, den er kritisiert
  2. Klamauk mit Videospiellogik
  3. Wird selbst nach zweimal gucken nicht besser

Ein Ehepaar besucht sein Lieblingsrestaurant und bestellt das Übliche. Im ersten Moment wirkt alles so wie immer – doch dann großes Entsetzen. Das Essen ist versalzen, alle Zutaten riechen verdorben. Der herbeigerufene Küchenchef lächelt zufrieden und erklärt: "Ich wollte Ihnen mal demonstrieren, wie es in schlechten Restaurants schmeckt. Damit sie mehr zu schätzen wissen, wie lecker es bei mir normalerweise ist."

Wir beschreiben damit zwar keine Szene aus dem Film Good Luck, Have Fun, Don't Die, aber ungefähr so, wie das Ehepaar aus unserer kleinen Parabel, fühlen wir uns als Zuschauer von Gore Verbinskis neuem Sci-Fi-Werk verschaukelt.

Der frühere Erfolgsregisseur (Fluch der Karibik, The Ring) möchte uns nach etwa zehn Jahren Schaffenspause satirisch vor einer bald drohenden(öffnet im neuen Fenster) KI-Hölle warnen. Er geht dabei aber so uninspiriert vor, dass wir seinen Film am Ende genauso blöd finden wie den AI-Slop, den er kritisieren will.

Good Luck, Have Fun, Don't Die (Filmtrailer)
Good Luck, Have Fun, Don't Die (Filmtrailer) (02:07)

Wenigstens mit seiner verrückten Einleitung hat uns Good Luck, Have Fun, Don't Die noch Spaß gemacht. Ein exzentrisch gekleideter Mann (Sam Rockwell) stürmt brüllend ein typisch amerikanisches Diner im Los Angeles der nahen Gegenwart.

Unter seinem durchsichtigen Regencape trägt er ein Outfit, das wie ein aus Sperrmüll gebasteltes Astronautenkostüm aussieht. Per Handzünder droht er, alle Anwesenden in die Luft zu sprengen, wenn sie ihm nicht zuhören. Dann trägt er lebhaft einen langen Monolog vor, läuft und springt durch den ganzen Laden, als hätte er seine Rede als richtige Show einstudiert. Einzelne Personen spricht er immer wieder direkt an, als würde er sie persönlich kennen.

Er behauptet außerdem, aus einer dystopischen Zukunft zu kommen, in der eine mächtige AGI(öffnet im neuen Fenster) fast die gesamte Menschheit in virtuellen Welten gefangen hält. In einer perfekten Simulation ohne Schmerz und Leid. Doch haben die Menschen in dieser Zukunft eben keine Wahl mehr, ob sie das überhaupt wollen oder nicht.

Ein Soldat des Widerstands gegen den AI-Overlord

Unser mysteriöser Protagonist präsentiert sich als Soldat des Widerstands gegen die Herrschaft des AI-Overlords. Seine Mission sei die letzte Chance für uns Menschen, nicht in ein ewiges VR-Traumland gezwungen zu werden. Vorausgesetzt, er erreicht innerhalb der nächsten Stunde einen kleinen Jungen, der in seinem Kinderzimmer kurz davor steht, die erste selbstbewusste Super-KI zum Leben zu erwecken.

Eine mögliche Zukunft, in der die AGI gar nicht erst in Betrieb geht, gebe es nicht. Er trage aber ein Programm bei sich, das viele wichtige Sicherheitsbarrieren im KI-Code implementiert, um die künstliche Intelligenz unter Kontrolle zu halten.

Doch nicht ohne Grund ist sein Unterfangen bereits 116 Mal gescheitert. Von Auftragsmördern bis zu Polizei-Brigaden und wild gewordenen Jugendlichen, die per Social-Media-Apps zu Zombie-Drohnen hypnotisiert wurden, gleicht der Weg vom Diner bis zum Zielort einem tödlichen Spießrutenlauf unter Zeitdruck.


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