KI-Nutzung, Burn-out, Work-Life-Balance
Im Alltag der meisten IT-Abteilungen hat KI mittlerweile einen festen Platz. Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer geben an, dass in ihren Unternehmen aktiv mit KI gearbeitet wird. Fast ebenso viele bewerten den KI-Einsatz grundsätzlich positiv, wobei Führungskräfte aufgeschlossener sind. Über 90 Prozent der Befragten sehen auch Risiken und Gefahren.
Zwar beschreibt etwa die Hälfte der Befragten, dass sie KI als Effizienzbooster wahrnehmen, jeder Dritte empfindet derartige Tools allerdings als Zeitfresser, da viel Zeit für die Korrektur fehlerhafter Ausgaben aufgewendet werden müsse.
Dementsprechend gibt es in den Freifeldern viele Kommentare wie: "Ich verliere sehr viel Zeit, weil ich nur noch Müll lesen muss" und "KI macht am Ende mehr Arbeit, als wenn man es gleich selbst gemacht hätte". Positive Kommentare beziehen sich häufig auf Nischenthemen, wie das Erstellen von Dokumentationen und Prozessbeschreibungen.
Die Auswirkungen von KI auf die Personalstruktur halten sich derzeit noch in Grenzen. Während 14 Prozent der Befragten von weggefallenen Stellen berichten, geben zwölf Prozent an, dass durch KI neue Stellen geschaffen wurden.
Burn-out-Gefahr im öffentlichen Dienst besonders hoch
Rund 40 Prozent der von Golem befragten ITler geben an, dass in ihren Unternehmen aktuell IT-Beschäftigte wegen Burn-out krankgeschrieben sind. Bei weiteren rund 40 Prozent seien Anzeichen dafür erkennbar. Darauf haben sowohl die Unternehmensgröße als auch die Branche einen Einfluss: Besonders hoch erscheint die Burn-out-Gefahr in den IT-Bereichen großer Unternehmen sowie im öffentlichen Dienst.
Hier bemängeln Befragte häufig den schlechten Gesundheitszustand ihrer Kollegen und schätzen die Burn-out-Gefahr als hoch ein. Besser ist es in Firmen, die dem Gesundheits- und Sozialwesen sowie der Industrie zuzuordnen sind.
Was Arbeitgeber tun sollten
Unsere Studie macht deutlich, dass die IT-Branche am Limit agiert. Technologische Neuerungen wie KI werden von vielen als Mittel zur Effizienzsteigerung gesehen, die strukturellen Probleme bleiben jedoch bestehen.
Arbeitgeber sollten gegen strukturelle Mängel vorgehen, sollten zum Beispiel klarere Ziele formulieren und die Führungskultur hinterfragen. Auch beim Einsatz von KI gibt es gemäß unserer Studie noch große Unsicherheit und Verbesserungspotenzial, auch wenn die Mehrheit der Befragten das Thema grundsätzlich positiv sieht.
Zu starke Back-to-Office-Bestrebungen sind ebenfalls kontraproduktiv: Sie gefährden die bislang als gut wahrgenommene Work-Life-Balance.
Nur wenn es gelingt, diese Probleme zu beseitigen, kann die stetige Verschlechterung der vergangenen Jahre nachhaltig gestoppt werden.
Geht es euch ähnlich wie unseren Umfrageteilnehmern? Oder ganz anders? Wie fühlt ihr euch in eurem Job? Schreibt uns eure Erfahrungen gern im Forum.
Die vollständige Studie mit allen Zahlen, Daten und Fakten im Detail und Anregungen für Arbeitgeber stellen wir in einem umfangreichen PDF zur Verfügung. Einfach für den Newsletter der Karrierewelt anmelden und der Download-Link kommt per Mail ins Postfach. Golem wird auch in den kommenden Jahren IT-Angestellte zu ihrem Gesundheitszustand jährlich befragen und so dokumentieren, ob sich Verbesserungen einstellen.
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