Virtual Regatta ist ein Onlinegame

Gesegelt wird an bekannten Regatta-Orten: Kiel oder Aarhus, Palma de Mallorca oder Newport. Die Boote sind typische Regattaboote: Star-Boot, die olympische 49er-Jolle, die J/70, die auch bei der Segel-Bundesliga eingesetzt werden, oder die foilenden GC32-Katamarane.

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Außerdem im Angebot sind die Boote aus dem America's Cup, dem ältesten und prestigeträchtigsten Segelwettbewerb: die IACC-Klasse, Ein-Rumpf-Boote, mit denen zwischen 1992 und 2007 gesegelt wurde, sowie die ultraschnellen AC50-Katamare aus dem Wettbewerb 2017. Schade für uns: Die 12er, mit denen der America's Cup von 1958 bis 1987 gesegelt wurde, fehlen.

Einer aus der Crew richtet das Rennen ein. Er bestimmt Boot und Austragungsort, dann können sich die anderen Teilnehmer - meist sind wir zwischen drei und fünf - mit einem Passwort einklinken.

Digitales Segeln ist trocken

Natürlich hat das digitale Segeln wenig mit dem realen zu tun. Der Wind ist nur als digital erzeugtes Geräusch zu hören. Sonst spüren wir ihn, spüren, wie sich das Schiff bewegt, wie es krängt oder hart in die Wogen einsetzt und uns die Gischt ins Gesicht wirft. Wir tragen Jogginghose oder Jeans, nicht wie sonst um diese Jahreszeit wasserdichte Hosen und Anorak. Wir tippen auf einen Bildschirm, statt Pinne zu bedienen oder mit den Leinen zu ackern - gerade bei einer Gaffel-getakelten Rennyacht wie der Heti ist das Segeln körperlich herausfordernd. Den Fitness-Aspekt kann das virtuelle Segeln nicht ersetzen.

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Denn das Haptische fehlt. Es werden keine Segel gesetzt, für das Anluven und Abfallen gibt es Pfeiltasten, gewendet oder gehalst wird durch einen Klick auf eine Schaltfläche, woraufhin das Boot auf den anderen Bug wechselt. Hat das Boot einen Spinnaker oder Gennaker, wird der durch Druck auf eine Schaltfläche gestzt und eigneholt. Schließlich gibt es noch eine Taste für das optimale Ausnutzen des Windes.

Die Taktik zählt

Ohne reale Segelmanöver zählt allein der taktische Aspekt. Dazu gehören die Manöver vor dem Start, ein guter Start kann ein Rennen entscheiden. Dann gilt es den besten Wind zu erwischen. Ein kleines rundes Fenster in der linken oberen Ecke des Bildschirm zeigt die Regattastrecke, drei Windsäcke zeigen an, woher der Wind weht.

An der Tönung des Wassers, heller oder dunkler, lässt sich erkennen, wo er stärker oder schwächer weht. Entsprechend ist ein ein Boot dort schneller oder langsamer. Durch geschicktes Steuern kann der Segeler seinem Gegner der Wind wegnehmen. Der Abwind des eigenen Bootes ist als weißes Feld auf dem Wasser zu erkennen.

Über die Chat-App können wir uns Tipps geben oder Smalltalk machen. Das alles ersetzt nicht das Erlebnis des echten Segelns. Aber es macht Spaß und hält den Kontakt zu den anderen Crewmitgliedern. Bis es dann endlich wieder aufs Wasser geht.

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 Golem.de-Hobbys fürs Social Distancing: Segeln auf dem Trockenen
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