Goldener Wasserstoff: 10 Gigawattstunden Energie unter den westlichen Pyrenäen
Als natürlich, weiß oder auch golden bezeichneter Wasserstoff entsteht durch geologische Prozesse mit Gestein aus dem oberen Erdmantel. Ist das Gestein darüber ausreichend dicht, sammeln sich große Mengen des vielversprechenden Energieträgers, während Hunderte Tonne jährlich nachproduziert werden. Zusätzliche Energie müsste kaum aufgewendet werden, allenfalls für Abbau, Speicherung und Transport.
Entsprechend intensiv befassen sich wissenschaftliche Institute mit dieser vermeintlich unerschöpflichen Energiequellen. Eine Studie unter Leitung des Leibniz-Instituts für angewandte Geophysik(öffnet im neuen Fenster) in Hannover zusammen mit Geoforschungsinstituten aus den USA, der Tschechischen Republik, aus Frankreich und Deutschland zeigt erstmals eine realistische Abschätzung des Potenzials je nach Region anhand von Untersuchungen des Untergrunds und Berechnungen der Wasser-Gesteins-Reaktionen.
Laut der Forschungsgruppe wurden dabei erstmals keine Maximalpotenziale, sondern realistische Mengen modelliert, die den physikalischen und chemischen Einschränkungen der jeweiligen Orte Rechnung tragen. Demnach könnten in den westlichen Pyrenäen jährlich 300 Tonnen und in Nordkalifornien 500 Tonnen Wasserstoff gebildet werden.
Wasserstoffquellen werden bereits genutzt
An beiden Orten lässt sich aufsteigender Wasserstoff nachweisen, der zumindest theoretisch abgebaut werden könnten. Zwar ist die Konzentration an Wasserstoff in den aufsteigenden Gasen hundertmal höher als üblich, aber der Volumenanteil liegt dennoch bei nur 0,01 bis 0,03 Prozent.
Die Hoffnung besteht deshalb weiterhin darin, ein Reservoir mit Wasserstoff zu entdecken, in dem sich das Gas über Jahrhunderte gesammelt hat. Die für das Gebiet der westlichen Pyrenäen prognostizierten 300 Tonnen oder knapp 10 Gigawattstunden könnten gerade einmal 1.000 Haushalte im Jahr heizen.
Auch deshalb wurde darüber hinaus das Open-Source-Tool Ponhy(öffnet im neuen Fenster) entwickelt. Damit lassen sich realistische Abschätzung für die natürliche Wasserstoffproduktion weltweit anfertigen.
Wird dieses weiterentwickelt, könnten besonders vielversprechende Gesteinsformationen zielsicherer ausgewählt und anschließend genau untersucht werden. Das Ziel ist, den aufsteigenden Wasserstoff tatsächlich nutzbar zu machen, ähnlich wie in Mali oder auf den Philippinen, wo solche Wasserstoffquellen bereits für die Energiegewinnung eingesetzt werden.
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