Golden Dome: Trump stoppt Strafzölle wegen vagen Arktis-Deals

US-Präsident Donald Trump hat in einer Mitteilung auf Truth Social(öffnet im neuen Fenster) erklärt, dass basierend auf Gesprächen mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte ein Rahmen für eine künftige Vereinbarung über Grönland und die Arktis erarbeitet worden sei. Details zu dem angeblichen Abkommen blieben völlig unklar. Trump betonte lediglich, die Lösung werde bei Umsetzung für die USA und alle Nato-Mitglieder von großem Nutzen sein. Wenige Stunden zuvor hatte er in einer Rede auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos " sofortige Verhandlungen " zu Grönland gefordert.
Die angekündigten Strafzölle für acht europäische Nato-Mitgliedstaaten, darunter Deutschland, sollten ursprünglich am 1. Februar 2026 bei zehn Prozent beginnen und am 1. Juni 2026 auf 25 Prozent steigen. Betroffen wären alle Waren gewesen, die in die USA exportiert werden. Derzeit liegt der Zollsatz für die meisten EU-Exporte nach Amerika bei 15 Prozent.
Trump hatte die Zölle erst am 17. Januar 2026 in einem ungewöhnlichen Schritt angekündigt und dies mit dem Grönland-Konflikt begründet.
Raketenabwehr als Verhandlungsmasse
Der US-Präsident verwies in seiner Ankündigung auch auf laufende Gespräche zum sogenannten Golden Dome . Mit diesem Begriff bezeichnet Trump sein geplantes Raketenabwehrprogramm. Er hatte mehrfach erklärt, dass Grönland für den Aufbau dieser Abwehranlage von zentraler Bedeutung sei.
Der Golden Dome ist ein geplantes mehrschichtiges Raketenabwehrsystem, das ballistische Raketen, Hyperschallraketen und Marschflugkörper vor ihrem Start oder während ihres Fluges erkennen und zerstören soll. Das System würde eine Konstellation von Satelliten einsetzen, die mit Sensoren und weltraumgestützten Abfangraketen ausgestattet sind.
Für die US-Seite sollen nach Trumps Angaben Vizepräsident James Vance, Außenminister Marco Rubio und der Sondergesandte Steve Witkoff die Verhandlungen führen. Welche konkreten Themen in den Gesprächen behandelt werden sollen, ließ der Präsident offen.
Nato-Generalsekretär Mark Rutte bestätigte die Angaben Trumps zu einem Rahmen für ein mögliches Grönland-Abkommen grundsätzlich, nannte jedoch ebenfalls keine Details. Das Handelsblatt berichtete(öffnet im neuen Fenster) , dass neben Stützpunkten für den Raketenabwehrschirm den USA ein Mitspracherecht bei Investitionen auf Grönland gewährt werde. Außerdem verpflichten sich die europäischen Nato-Staaten zu einem stärkeren Engagement in der Arktis.
Dänemark wehrt sich weiterhin gegen Trumps Forderung, Grönland an die USA zu verkaufen. Die dänische Regierung stellte wiederholt klar, dass die Insel nicht zum Verkauf stehe. Grönland ist ein autonomes Gebiet innerhalb des Königreichs Dänemark.
Europa bleibt unter Druck
Die Europäische Union setzte für Donnerstag einen Sondergipfel an, bei dem die Staats- und Regierungschefs über den Umgang mit Trumps Zolldrohung beraten wollten. Nach Angaben einer Sprecherin von Ratspräsident António Costa soll das Treffen trotz der Rücknahme der Ankündigung wie geplant stattfinden.



