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Videospiele für den Geschichtsunterricht

Allerdings geht es nicht nur darum, die Schule mit einem neuen Inhalt Videospiele zu erweitern. Spiele könnten auch bisherige Inhalte ergänzen. Valiant Hearts: The Great War zeigt zum Beispiel, dass Geschichtsunterricht auch spielend funktionieren kann. Schülerinnen und Schüler lernen durch die internationalen Charaktere mehrere Sichtweisen auf den Ersten Weltkrieg kennen. Ein Beispiel für den Deutschunterricht: Warum nicht einmal die Ich-Perspektive des Romans mit einer Ego-Ansicht in einem Computerspiel vergleichen, um Erzähltechniken kennenzulernen? Welchen Beitrag zum Thema Rassismus kann Bioshock: Infinite leisten? Und selbst im Sportunterricht könnten Erstklässler motiviert werden, wenn sie einen Parcour à la Super Mario gestalten und durchklettern können.

Zwischen Killerspiel und Kulturgut

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Marco Fileccia, Oberstudienrat und Autor von Lehrer-online.de, nennt einen möglichen Grund dafür, warum Videospiele nicht übergreifend im Schulunterricht angewendet werden: "Mit Computerspielen kennen sich offenbar nur wenige gut aus, was natürlich Berührungsängste hervorruft. Zudem haben Computerspiele durch die gesellschaftlichen Diskussionen einen denkbar schlechten Ruf unter Pädagogen."

Irgendwo zwischen Killerspiel und wertvollem Kulturgut eingeordnet, haben es Videospiele nicht leicht, im Bildungswesen Fuß zu fassen. Doch sind es tatsächlich die Spielinhalte, die negativen Einfluss auf Jugendliche ausüben können? Studien belegen etwas anderes: Forscher der FU Berlin erkannten zum Beispiel einen deutlichen Zusammenhang zwischen aggressiven Verhaltensmustern und der gezielten Spielauswahl von Probanden. Dass friedfertige Kinder durch Games per se verrohen und gewaltbereiter werden, konnte nicht bestätigt werden. Stattdessen zeigen sich positive neurologische Veränderungen. Laut dem Max-Planck-Institut kann regelmäßiges Spielen Hirnareale, die für die Orientierung, Feinmotorik, Planung und Entscheidungsfällung zuständig sind, wachsen lassen.

Lehrer fühlen sich schlecht vorbereitet

Trotzdem finden sich im Schulalltag nur wenige Lehrer, die versiert mit dem Medium umgehen können. "Das ist in der Tat eine Baustelle", sagt Fileccia. Die Arbeit mit Videospielen im Unterricht sei teuer und aufwendig, jedoch sehr wirkungsvoll und motivierend. Es seien außerdem keine neuen und jungen Lehrer vonnöten, "sondern kreative, mutige und innovative".

Vor allem aber sind grundlegende Kenntnisse wünschenswert. Eine Vielzahl von Onlineportalen widmet sich mittlerweile dieser Informationslücke. Auf Spielbar.de und projekt-jam.de erhalten Pädagogen und Schüler nützliche Informationen, Projektbeispiele und Arbeitsmaterialen, mit denen der Erstkontakt im Unterricht durchaus gelingen kann. Viele Hefte mit Wissenswertem und auch eine DVD mit Spieldemos lassen sich zudem über Partnerprogramme kostenlos bestellen. Die Angst vieler Lehrer, in unbekanntes Terrain vorzudringen, ist deshalb unbegründet. Nicht zuletzt, weil sie die eigentlichen Experten in diesem Gebiet, nämlich die Jungen und Mädchen ihrer Klasse, vor sich sitzen haben.

 Goethe, Schiller, Lara Croft: Videospiele gehören in den SchulunterrichtDie Politik muss mitziehen 
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Sharkuu 06. Okt 2014

+1 ich würde sagen, ich kann heutzutage nur englisch in ausreichender form (das heißt für...

Des_Moines 04. Okt 2014

Ich finde die Vermittlung von Themen wie "Partnerschaft", "Aufopferung" und "Vertrauen...

TheSniperFan 03. Okt 2014

Mal ganz davon abgesehen ob Spiele im Unterricht nun eine Gute, oder eine schlechte Idee...

Anonymer Nutzer 03. Okt 2014

Du begreifst es aber nur, wenn du es mal gelernt hast. Ich glaube kaum, dass jemand, der...

Solano 02. Okt 2014

Hast du in Mühle oder 'Mensch ärgere dich nicht' schon mal eine Gruppe Menschen durch...


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