Gocycle GX im Test: Die faltbare S-Bahn

Das Gocycle GX hat einen recht speziellen Pedelec-Sound, aber dafür viele Vorteile.

Ein Test von Martin Wolf veröffentlicht am
Das Gocycle GX ist für die Stadt gemacht.
Das Gocycle GX ist für die Stadt gemacht. (Bild: Martin Wolf / Golem.de)

Es ist ein Wintermorgen um kurz vor sechs, wir sind mit unserem motorisierten Klapprad an der S-Bahn-Station Grunewald angekommen. Bei minus 3 Grad ist uns in den vergangenen Minuten die Kälte nach 15 Kilometern Fahrt ordentlich in den Körper gekrochen, trotz Skihandschuhen, Winterstiefeln und doppelter Sockenlage. Also geht es mit der Bahn weiter. Kein Problem, auf dem Bahnsteig wartet der Fahrer geduldig, während wir das Rad mit zwei Handgriffen zusammenfalten und einsteigen.

Inhalt:
  1. Gocycle GX im Test: Die faltbare S-Bahn
  2. Das Gocycle GX ist zum Glück nur teilweise smart
  3. Verfügbarkeit und Fazit

Wir haben das Gocycle GX zwei Wochen lang gefahren und sind bis auf wenige Kleinigkeiten sehr angetan von dem urbanen Mini-Falter. Es sieht modern aus, hat einen angemessen starken Motor und eine App-Anbindung - Grund genug für uns, einen näheren Blick auf das E-Bike zu werfen.

Technisch gesehen hat das Klapprad eine gute Ausstattung: Neben Scheibenbremsen und dem mit 250 Watt angenehm starken Motor sind die Beleuchtung mit separat erhältlicher Supernova-Frontleuchte und der komplett ummantelte Antrieb positiv zu erwähnen. Letzterer läuft über Kette und eine Shimano-Nexus-Nabenschaltung mit drei Gängen. Die reichten uns im Test auch vollkommen aus, meist waren wir im zweiten und dritten Gang unterwegs.

Dabei hatten wir trotz Frontmotor nie das Gefühl, gezogen zu werden. Da Gocycle eine eigenentwickelte Traktionskontrolle einsetzt, dreht das Vorderrad nicht durch. Beim Anfahren muss man allerdings eine komplette Pedaldrehung hinter sich bringen, bevor der Motor einsetzt. Das soll sicherstellen, dass Vorder- und Hinterrad sich synchron bewegen, und funktionierte tadellos. Ist man erstmal in Gang gekommen, unterstützt der Motor etwas weniger feindosiert als bei den großen Pedelecs und nicht unangenehm pulsend. Dafür ist er recht laut.

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Wir können das Geräusch nur so beschreiben: Es hört sich an wie eine sehr kleine S-Bahn. In der Stadt geht das im Verkehrslärm unter, doch wenn man mit dem Gocycle eine Wochenendtour übers Land macht, dann fällt das Geschnurre schon auf. Wir finden es trotzdem nicht störend. Der Hersteller wies uns darauf hin, dass eine Isolierung des Motors zusätzliches Gewicht bedeuten würde, was wir nachvollziehbar finden. Mit knapp 18 Kilogramm ist das Rad zwar nicht unbedingt leicht, aber problemlos über ein paar Treppen transportierbar. Eine Schiebehilfe hat es nicht, aber das ist bei dem Gewicht auch nicht nötig.

Noch besser geht das natürlich, wenn man es vorher zusammenklappt. Der Mechanismus dafür ist ebenso simpel wie genial: Lediglich zwei Spanner müssen gelöst werden, dann faltet sich das Rad in der Mitte und am Lenker zu einem handlichen Paket. Weil auch die Pedale eingeklappt werden können und die Gabel nur auf einer Seite heraussteht, ist das Rad sehr kompakt. Eine Gummischlaufe fixiert das Ganze in der Mitte. Gocycle gibt an, dass der Vorgang nur 10 Sekunden dauert, was mit ein bisschen Routine durchaus realistisch ist. Der Sattel lässt sich durch Lösen eines Drehknopfes entfernen und passt dann in die Mitte des geklappten Rades. Seine Höhe kann allerdings nur mit einem kleinen Hex-Schraubendreher angepasst werden.

Der 300-Wattstunden-Akku hält bei uns im City-Modus mit moderater Unterstützung rund 60 Kilometer, was ein guter Wert ist. Innerhalb von vier Stunden ist das Rad mit dem separat erhältlichen Schnelllader wieder bei 100 Prozent, das mitgelieferte Ladegerät ist kompakter und hat keinen geräuschvollen Lüfter, braucht dafür aber doppelt so viel Zeit zum Laden. Der Akku kann entweder entnommen werden, oder das Netzteil wird einfach an der Seite des Rahmens eingesteckt. Der aktuelle Füllstand lässt sich auf dem Lenker an einer LED-Leiste ablesen - oder in der App für Android und iOS, die uns noch einiges mehr an Optionen bietet.

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Das Gocycle GX ist zum Glück nur teilweise smart 
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motzerator 18. Dez 2020

Es ist zu dem viel zu hohen Preis einfach nur ein Hipster Spielzeug, wenn auch ein...

sfe (Golem.de) 16. Dez 2020

Bevor der Thread noch weiter abrutscht wird er geschlossen. Sebastian Fels (golem.de)

Wolverine1974 15. Dez 2020

Irgendeine IT unterstützte Verhütungsmethode ;)

M.P. 15. Dez 2020

Je nach "Biotop" in dem man das Ding bewegt, ist ein wenig "Geräusch" ja womöglich auch...

mwo (Golem.de) 15. Dez 2020

So ist es. Das geht mit dem Gocycle definitiv nicht. Wir haben nie bemerkt, dass das...



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