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Goat Simulator 3 angespielt: Witzigkeit kennt keine Gämsen

Ziegenbock Pilgor sorgt in Goat Simulator 3 für Chaos in einer offenen Welt - auf Windows-PC, PS5 und Xbox Series X/S.
/ Peter Steinlechner
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Artwork des Goat Simulator 3 (Bild: Coffee Stain Studios)
Artwork des Goat Simulator 3 Bild: Coffee Stain Studios

Eines hat der 2014 veröffentlichte Goat Simulator geschafft: Wenn wir eine Ziege sehen, denken wir erstens an die Hauptfigur Pilgor - und müssen zweitens grinsen, weil wir uns sehr gerne an die schräg-anarchistischen Abenteuer mit dem Gamsbock erinnern.

Jetzt haben die Entwickler von Coffee Stain Studios unter dem Namen Goat Simulator 3 eine Fortsetzung veröffentlicht; einen zweiten Teil gibt es nicht. In der Solo spielbaren Kampagne treten wir wieder als Pilgor an, wahlweise dürfen wir aber auch andere Tiere steuern.

Wir steuern Pilgor über eine fiktive Insel namens San Angora. Dort bewegen wir uns als Ziege frei durchs Gelände, suchen versteckte Extras und stiften Chaos und Anarchie. Zum einen können wir Passanten mit einem kräftigen Stoß in den Hintern durch die Gegend schubsen.

Aber auch Dynamit neben Feuerstellen legen, Tankstellen sprengen und Autos durch die Luft fliegen lassen - dank Ragdoll-Physik, ein Markenzeichen des ersten Teils. Auch das Anschlecken von Menschen oder anderen "Dingen" ist wieder möglich, um sie dann beliebig durch die Gegend zu schleifen.

Ganz so spektakulär, wie wir uns das wünschen würden, wird das Chaos leider nie: Die Bürger von San Angora bleiben selbst angesichts brennender Mitmenschen erstaunlich ruhig, längst nicht alle Objekte können wir zerstören.

Die Punkte des ersten Teils gibt es diesmal nicht in gleicher Form. Stattdessen können wir in Textform aufgeführte Herausforderung absolvieren, etwa Sprünge oder sonstige akrobatische Einlagen.

Eigentlich ist die Idee, dass wir beim Herumlaufen selbst Lust auf Experimente bekommen. Das klappt teils ganz gut, etwa wenn wir eine Kanone mit ziegengroßem Rohr und in einige Entfernung einen brennenden Reifen sehen. Die meiste Zeit laufen wir aber sinnlos durchs Gelände - und wissen nicht so richtig, was wir anstellen können.

Wenn uns Pilgor zu langsam ist, können wir Autos kapern und selbst steuern. Damit gelangen wir dann auch etwas zügiger durch die Inselwelt, in der wir nach und nach weitere Abschnitte freischalten - einfach, indem wir etwa durch einen Tunnel fahren.

Den Kopf, den Rücken, die Füße, den Körper, die Hörner und das Fell von Pilgor können wir nach Angaben der Entwickler mit mehr als 300 verschiedenen Ausrüstungsteilen anpassen. Neben Gummimasken für den Kopf und vielen Arten von Schuhen für die Hufe gibt es auch ein paar lustigere Extras.

So können wir der Ziege einen Sattel auf den Rücken legen, um dann Passaten wie zwangsweise dort zu platzieren und sie in schönster Rodeo-Manier durch die Gegend zu schleudern. Mit einem Laubbläser können wir Mensch und Maschine umpusten, mit einem Gegenstand namens Fashinista die Kleidung der Bürger von San Angor austauschen.

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Wir haben Goat Simulator 3 nur etwas mehr als fünf Stunden im Solomodus angespielt. Zusätzlich ist ein Vier-Spieler-Koop-Modus vorhanden, der sowohl lokal als auch online funktioniert. Teilnehmer sollen gemeinsam durch die Welt reisen, kooperativen Unfug anstellen und in sieben Multiplayer-Minispielen gegeneinander antreten können. Ausprobiert haben wir das (noch) nicht.

Goat Simulator 3 - Trailer (Ankündigung 0622)
Goat Simulator 3 - Trailer (Ankündigung 0622) (01:23)

Goat Simulator 3 erscheint am 17. November 2022 für Windows-PC (nur Epic Games Store), Xbox Series X/S und Playstation 5 und kostet rund 30 Euro. Es gibt englische Sprachausgabe mit deutschen Untertiteln. Mikrotransaktionen sind nicht vorhanden (entsprechend aufbereitete Menüs sollen wohl Satire sein). Die USK hat eine Freigabe ab 12 Jahre erteilt.

Fazit nach rund fünf Stunden

Selbst die besten Witze werden nicht besser, wenn man sie mehrfach hört. Das ist beim Goat Simulator ganz ähnlich: Beim ersten Ziegenspiel mussten wir noch herzhaft lachen, bei der nun veröffentlichten Fortsetzung reicht es nur für ein gelegentliches Kichern. Das liegt vor allem daran, dass die hauptsächliche Humorquelle (Anarcho-Gämse meets Ragdoll) kaum verändert wurde.

Auch angesichts der langen Entwicklungszeit haben wir viel mehr Möglichkeiten erwartet und erhofft, für Chaos in der offenen Welt zu sorgen. Stattdessen können wir ein bisschen was kaputt machen und ein paar Extras finden. Von einer wirklich wilden Zerstörungsorgie ist das alles aber noch weit entfernt.

Immerhin haben wir uns im Goat Simulator 3 ein paar Stunden lang beim Erkunden der nett anzusehenden Umgebungen und beim Ausprobieren der Spielmöglichkeiten unterhalten gefühlt. Es ist sogar mal ganz angenehm, einfach so ohne Ziel eine Welt zu erkunden - aber irgendwann wird es halt öde. Der Koop könnte durchaus mehr Spaß machen, ausprobiert haben wir ihn nicht.


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