Gnome: Freiheit ist mehr als nur Code

Das wohl wichtigste Prinzip der Gnome-Community ist freie Software. Das umfasst aber viel mehr als nur Code und Programmieren, sagt Designer Allan Day - allen voran, an Nutzer zu denken und harte Entscheidungen zu treffen

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Die Gnome-Community legt Wert darauf, dass freie Software auch ihre Nutzer erreicht.
Die Gnome-Community legt Wert darauf, dass freie Software auch ihre Nutzer erreicht. (Bild: Michael Fötsch, flickr.com/CC-BY-SA 2.0)

Die Gnome-Community werde durch gemeinsame Prinzipien zusammengehalten, sagt der Designer Allan Day auf der Gnome-Konferenz Guadec. Das wichtigste Prinzip sei dabei das der freien Software, immerhin war der Beginn von Gnome der Wunsch, eine komplett freie Desktop-Umgebung zu schaffen. Day weist 20 Jahre nach Gründung des Projekts aber darauf hin, dass freie Software eben viel mehr brauche als nur freien Code.

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Als Designer befindet sich Day dabei quasi an einer der größten Konfliktlinien innerhalb des Projekts. Denn zusätzlich zu den Programmierern müssen nicht nur andere aus der Community leicht an den Arbeiten von Gnome teilhaben können, das Ergebnis der Arbeit muss vor allem auch den eigentlichen Nutzern dienen. Und diese nehmen meistens eben nicht an der Community-Arbeit teil.

Day beschriebt dazu seine Erfahrung, dass die Software-Enthusiasten, die die Anwendungen erstellen, nicht immer wirklich gut darin seien, auch andere Bedürfnisse als die eigenen zu bedenken und zu verstehen. Typischerweise wird dieses Denken in der Free-Software-Community mit dem Ausspruch "Scratch your own itch" beschrieben, was soviel bedeutet wie "Kümmere dich um deine eigene Probleme".

Volle Verantwortung für die Nutzer

Um die negativen Konsequenzen für Nutzer zu verdeutlichen, die sich aus diesem Denken ergeben, führt Day eine Anekdote an. So habe das Sun-Workstation-Team eine Usability-Studie für Gnome 1.4 durchgeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Gnome-Desktop fünf verschiedene Applets für Uhren, und die Community sei von dem Sun-Team dafür schlicht ausgelacht worden.

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Um derartige Situationen langfristig zu vermeiden und Gnome eben für die Nutzer zu erstellen, übernimmt das Designteam mit Day und anderen die volle Verantwortung für die sogenannte User-Experience von Gnome. Offensichtlich wird dies bei einigen in der Community nach wie vor sehr kontroversen Entscheidungen wie dem Verzicht auf die Knöpfe zum Minimieren und Maximieren von Fenstern.

Solche Entscheidungen seien zwar hart und eventuell auch nicht immer richtig, müssten aber einfach getroffen werden, sagt Day. Denn "die Software ist nicht nur für uns", so der Designer zu der Community, die sich auf der Guadec-Konferenz trifft.

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Teebecher 30. Jul 2017

Die Bevormundung in Bezug auf die Konfigurierbarkeit meinte ich. Wi Du bei KDE zig...

meinegüte 30. Jul 2017

Wer sich zurück nach Gnome 2 sehnt kann mal einen Blick auf Cinnamon werfen, dort bekommt...

RaThRo 29. Jul 2017

Niemand tauscht die Karosserie. Es handelt sich um Sonderlackierung, Spoiler...

DeathMD 29. Jul 2017

Du musst mal lesen und verstehen lernen. Ich habe gesagt, keiner (gut das war...

Seitan-Sushi-Fan 29. Jul 2017

War ein Tippfehler. Ändert nichts daran, dass man Fenster problemlos über den Schließen...



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