Gmail: Schrems legt Beschwerde gegen Googles Werbemails ein

Eigentlich filtert Google Spammails aus den Postfächern seiner Kunden. Doch das gilt nicht bei bezahlten Werbemails.

Artikel veröffentlicht am ,
Google soll mit Gmail gegen europäische Regelungen verstoßen.
Google soll mit Gmail gegen europäische Regelungen verstoßen. (Bild: Charles Platiau/Reuters)

Die Datenschutzorganisation Noyb des österreichischen Aktivisten Max Schrems geht gegen den US-Konzern Google vor. Dessen Dienst Gmail zeige den Nutzern ungewollt Werbung in deren Posteingang an, heißt es in einer Beschwerde, die Noyb bei der französischen Datenschutzbehörde CNIL eingereicht hat. Für diese spezielle Werbeform hätten die betroffenen Nutzer keine Einwilligung erteilt.

Stellenmarkt
  1. Java / Kotlin Software Developer (m/w/d) in einem Cloud-Native-Stack
    PROSOZ Herten GmbH, Herten
  2. Data Scientist / Statistikerin / Statistiker / Epidemiologin / Epidemiologe - Hämatologie ... (m/w/d)
    Universitätsklinikum Frankfurt, Frankfurt am Main
Detailsuche

Der neunseitigen Beschwerde (PDF) zufolge unterscheiden sich diese Mails von anderen Werbemails im Postfach, deren Zusendung die betroffenen Nutzer zugestimmt hätten. Demnach stehen die Mails ganz oben im Postfach und enthalten das Wort "Werbung" vor der Betreffzeile, allerdings kein Datum.

Nach Einschätzung von Noyb stellt diese Werbung eine Form von Direktmarketing per E-Mail dar, was nach Artikel 13 der E-Privacy-Richtlinie von 2002 unzulässig sei.

Dabei verweist die Organisation auf ein Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) vom November 2021, wonach als Mail getarnte Werbung nur unter bestimmten Bedingungen zulässig ist. Eine sogenannte Inbox-Werbung, die fast wie eine reguläre E-Mail im Posteingang aussieht, ist demnach nur dann erlaubt, wenn Nutzer vorab ausdrücklich zugestimmt haben, solche Nachrichten zu erhalten.

Golem Karrierewelt
  1. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    08.11.2022, Virtuell
  2. DP-203 Data Engineering on Microsoft Azure: virtueller Vier-Tage-Workshop
    24.-27.10.2022, virtuell
Weitere IT-Trainings

Im Falle von Gmail komme laut Noyb noch hinzu, dass die Nutzer anders als bei der Inbox-Werbung des EuGH-Urteils durch das Anklicken des Betreffs nicht direkt auf eine Webseite geleitet würden. Daher ähnele diese Werbeform noch stärker dem verbotenen Direktmarketing.

Inwieweit Gmail diese Werbeform auch in anderen Staaten nutzt, ist einem Bericht des Spiegel zufolge unklar. Google habe sich auf Anfrage nicht dazu äußern wollen.

Dass Noyb die Beschwerde in Frankreich eingereicht hat, kann jedoch auch mit dem bisherigen Vorgehen der Datenschutzbehörde gegen Google zusammenhängen. Denn die CNIL hat bereits in zwei Fällen Millionenstrafen gegen den US-Konzern verhängt, zuletzt wegen Verstößen gegen gesetzliche Regeln für Cookies.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Cloudgaming
Google Stadia scheiterte nur an sich selbst

Die Technik war nicht das Problem von Alphabets ambitioniertem Cloudgaming-Dienst. Das Problem liegt bei Google. Ein Nachruf.
Eine Analyse von Daniel Ziegener

Cloudgaming: Google Stadia scheiterte nur an sich selbst
Artikel
  1. Tiktok-Video: Witz über große Brüste kostet Apple-Manager den Job
    Tiktok-Video
    Witz über große Brüste kostet Apple-Manager den Job

    Er befummle von Berufs wegen großbrüstige Frauen, hatte ein Apple Vice President bei Tiktok gewitzelt. Das kostete ihn den Job.

  2. Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor: KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer
    Copilot, Java, RISC-V, Javascript, Tor
    KI macht produktiver und Rust gewinnt wichtige Unterstützer

    Dev-Update Die Diskussion um die kommerzielle Verwertbarkeit von Open Source erreicht Akka und Apache Flink, OpenAI macht Spracherkennung, Facebook hilft Javascript-Enwicklern und Rust wird immer siegreicher.
    Von Sebastian Grüner

  3. Vantage Towers: 1&1 Mobilfunk gibt Vodafone die Schuld an spätem Start
    Vantage Towers
    1&1 Mobilfunk gibt Vodafone die Schuld an spätem Start

    Einige Wochen hat es gedauert, bis 1&1 Mobilfunk eine klare Schuldzuweisung gemacht hat. Doch Vantage Towers verteidigt seine Position im Gespräch mit Golem.de.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • LG OLED TV 2022 65" 120 Hz 1.799€ • ASRock Mainboard f. Ryzen 7000 319€ • MindStar (G.Skill DDR5-6000 32GB 299€, Mega Fastro SSD 2TB 135€) • Alternate (G.Skill DDR5-6000 32GB 219,90€) • Xbox Series S + FIFA 23 259€ • PCGH-Ratgeber-PC 3000€ Radeon Edition 2.500€ [Werbung]
    •  /