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Glücksspiel: Valve schränkt Steam-Marktplatz in den Niederlanden ein

Pünktlich zum Ablauf einer Frist durch die niederländische Behörde für Glücksspiel sperrt Valve den Handel und Tausch von virtuellen Objekten in Counter-Strike und Dota 2 in dem Land - ohne Vorwarnung. Mit etwas Pech sind teuer gekaufte Gegenstände nun vorerst wertlos.
/ Peter Steinlechner
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Marktplatz von Steam (Bild: Valve)
Marktplatz von Steam Bild: Valve

Als Reaktion auf eine Frist durch die niederländische Kansspelautoriteit - das ist die für Glücksspiel zuständige Behörde - hat Valve am 20. Juni 2018 den Handel und Tausch von virtuellen Gegenständen im Marktplatz von Steam eingestellt. Betroffen sind Dota 2 und Counter-Strike Global Offensive. In einem Forum auf Reddit berichten Spieler(öffnet im neuen Fenster) , dass der Versuch des Handels oder des Tausches zwischen Niederländern und Spielern aus anderen Regionen zu einer Fehlermeldung führt.

Hintergrund: Die Kansspelautoriteit hatte Ende April 2018 einen Bericht vorgelegt, dem zufolge vier von zehn untersuchten Spielen gegen gesetzliche Regelungen verstoßen, weil sie Gewinne auf Zufallsbasis vergeben und weil sich die gewonnenen Ingame-Objekte gegen echtes Geld eintauschen lassen.

Dota 2 - Trailer (Join the Battle, TI 2017)
Dota 2 - Trailer (Join the Battle, TI 2017) (00:42)

Die Behörde selbst hatte keine Titel genannt, laut einem Zeitungsbericht sollen Playerunknown's Battlegrounds (Pubg), Fifa 18, Dota 2 und Rocket League betroffen sein. Counter-Strike wurde eigentlich nicht genannt, aber möglicherweise auch nicht untersucht. Valve dürfte den Handel und Tausch mit Objekten aus dem Shooter nun vorsichtshalber ebenfalls gesperrt haben.

In Foren richtet sich der Zorn der Spieler in erster Linie gegen Valve. Viele ärgert, dass Valve die Einschränkung erst am 19. Juni 2018 in seinem (hier nicht verlinkbaren) niederländischen Forum bekanntggab - also erst direkt vor ihrem Inkrafttreten. Spieler mit seltenen Gegenständen können diese nun nicht mehr verkaufen, was unter Umständen den Verlust von mehreren Hundert oder gar Tausend Euro bedeutet. Kaum jemand bestreitet ernsthaft, dass die Einstufung als Glücksspiel durch die Kansspelautoriteit zutreffend ist.

Hätte Valve nicht reagiert, hätte die Behörde hohe Geldstrafen und Verkaufsverbote verhängen können. Valve kündigte an, über seine Anwälte gemeinsam mit der Kansspelautoriteit eine Lösung für die Probleme finden zu wollen. Was die Anbieter der anderen betroffenen Spiele tun wollen, um Geldstrafen zu entgehen, ist derzeit nicht bekannt.


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