Globalfoundries übernimmt: IBM verkauft Chipsparte mit hohem Verlust
IBM hat den zuvor schon durchgesickerten Verkauf seiner Chipsparte an Globalfoundries bestätigt. Die beiden Unternehmen haben ein entsprechendes Abkommen bereits unterzeichnet, dem die Kartellbehörden noch zustimmen müssen. Im Rahmen der Übernahme erhält Globalfoundries, das im Jahr 2008 von AMD abgespaltet wurde, Zugriff auf sämtliche Technologien und vor allem Patente rund um IBMs Prozessorentwicklung. Diese war zuletzt bei Servern und Supercomputern mit der Power-Architektur immer weniger erfolgreich. Die Sparte für x86-Server hatte IBM bereits Anfang 2014 an Lenovo verkauft.
Diese Großrechner mit der eigenen Architektur will IBM aber weiter bauen, über 10 Jahre hinweg soll Globalfoundries die CPUs dafür liefern. Die Prozessoren sollen in Strukturbreiten von 22, 14 und 10 Nanometern gefertigt werden. In die Entwicklung der Systeme will IBM in den nächsten fünf Jahren 3 Milliarden US-Dollar investieren.
Sehr viel früher kommen noch Vorsteuerverluste von ganzen 4,7 Milliarden US-Dollar hinzu, die IBM in seiner Bilanz für das dritte Quartal 2014 abschreiben will. So viel soll die Überführung an Globalfoundries unmittelbar kosten, was auch eine Neubewertung der davon betroffenen Immobilien enthält. Umgekehrt soll Globalfoundries für die Chipsparte in den nächsten drei Jahren an IBM nur den geringen Betrag von insgesamt 1,5 Milliarden US-Dollar zahlen.
Rund 10 Milliarden US-Dollar will Globalfoundries aber in den Jahren 2014 und 2015 noch in seine Halbleiterfertigung stecken. Der Großteil soll in die Chipfabriken im US-Bundesstaat New York fließen – dort befindet sich auch eines der größten Werke von dem, was bisher als IBM Microelectronics bekannt war.