Globaler Sammelkartenmarkt: "Spürbare Fortschritte auch in kurzen Partien"

Tom Hess hat als Designer bei westlichen Firmen wie Electronic Arts und Activision Spiele entwickelt, jetzt arbeitet er bei dem Konzern Dena in Japan an Titeln wie Transformers Legends. Im Interview mit Golem.de spricht er unter anderem über die Unterschiede zwischen den Spielern und Kulturen.

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Artwork von Transformers Legends
Artwork von Transformers Legends (Bild: Dena)

Der Amerikaner Tom Hess arbeitet als Producer bei dem japanischen Onlineprovider Dena, wo er unter anderem für Mobile-Kartenspiele wie Transformers Legends zuständig ist. Zuvor war er für Electronic Arts an der Entwicklung einer Reihe von Einzel- und Multiplayerspielen beteiligt, zwischenzeitlich hat er auch für Activision gearbeitet. Auf der Games Developers Conference 2013 in Köln spricht er zum Thema Bringing Japanese Game Design to the West. Dabei geht es insbesondere um das derzeit populäre Genre der Sammelkartenspiele, zu denen unter anderem Scrolls von Mojang oder das kommende Hearthstone - Heroes of Warcraft von Blizzard gehören.

Golem.de: Warum sind Sammelkartenspiele derzeit eigentlich so erfolgreich bei Entwicklern?

Tom Hess: Ich glaube, dass sie das schon immer waren. Aber jetzt kann man sie zunehmend auch über mobile Endgeräte spielen, so dass immer mehr Nutzer auf die Games zugreifen können. Auch in kurzen Partien unterwegs können sie spürbare Fortschritte erzielen.

Außerdem sind wir Entwickler jetzt in der Lage, bessere Spielmechaniken und weitergehende Möglichkeiten zur sozialen Interaktion einzubauen, so dass Spieler viel besser ins Gespräch kommen und Communitys aufbauen können. Und: Die Sammelkartenspiele funktionieren hervorragend mit Free-to-Play-Geschäftsmodellen.

Golem.de: Was ist der wichtigste Unterschied zwischen eher "westlichen" und eher "östlichen" Sammelkartenspielen?

Hess: Die Präsentation. Spieler in westlichen Ländern sind nicht daran gewöhnt, sich mit sehr textlastigen Spielen auseinanderzusetzen, deswegen muss das Gameplay visuell erklärt werden. Um erfolgreich zu sein, müssen Spiele einfach zugänglich und verständlich sein. Spieler sind viel weniger bereit, Zeit in ein Game zu investieren, das sie nicht sehr schnell verstehen.

Golem.de: Warum gibt es diese Unterschiede - leben wir nicht eigentlich in einer globalisierten Welt?

Hess: Wir bewegen uns jedenfalls darauf zu. Ich glaube, es kommt weniger darauf an, wo ein Spiel entsteht, als vielmehr, für wen. Wir hier bei Dena haben Spiele für westliche Märkte sowohl in den USA als auch in Japan produziert. Das eigentlich Entscheidende ist aber immer noch der Inhalt. Transformers etwa gehört zu den bekannteren Marken im Westen, deswegen haben wir sehr darauf geachtet, dass unser Team aus wirklich eingefleischten Kennern der Marke besteht.

Golem.de: Welche Entwicklungen in der Spielebranche sind aus Ihrer Sicht derzeit besonders spannend?

Hess: China wächst derzeit wahnsinnig schnell, und ich beschäftige mich intensiv damit, was ein Spiel braucht, um in diesem Markt erfolgreich zu sein.

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