Aufbruch zu neuen Welten - aber wohin?

Das Sonnensystem besteht aus acht Planeten (Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun), fünf Zwergplaneten (Ceres, Pluto, Haumea, Makemake, Eris) - wobei es vermutlich noch viele weitere, bisher unentdeckte Zwergplaneten gibt - und einer Vielzahl von Monden, die sich in orbitalen Bahnen mancher der Planeten befinden.

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Merkur und Venus sind mit 0,4 und 0,7 AE der Sonne näher als die Erde und somit keine Option. AE ist die Abkürzung für Astronomische Einheit, eine Entfernungsgröße in der Astronomie, wobei 1 AE der mittleren Entfernung zwischen der Sonne und der Erde entspricht. Für eine gewisse Zeit wäre der Mars bewohnbar

Der Mars wird für eine Weile angenehm warm

Der Mars ist schon interessanter. Er ist, wie die Erde, ein Gesteinsplanet und mit einer Entfernung von etwa 1,5 Astronomischen Einheiten (AE) etwa eineinhalbmal weiter als die Erde von der Sonne entfernt. Der Mars hat auch einige wichtige Rohstoffe: Er verfügt unter anderem über Wassereis sowie Eisenvorkommen.

Aktuell ist er zu kalt: Seine durchschnittliche Oberflächentemperatur beträgt etwa -60 Grad Celsius. Während der Zunahme der Sonnenintensität wird es aber einen Zeitraum geben, in dem es auf dem Mars angenehm warm sein wird. Das Wassereis wird schmelzen und es werden sich Ozeane bilden. Für diese begrenzte Zeit wird der Mars bewohnbar sein, wenn auch nur dank des Einsatzes von Technologie.

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Der Mars hat eine kleinere Masse als die Erde, eine geringere Anziehungskraft und somit nur etwa vier Zehntel der Fallbeschleunigung auf der Oberfläche. Er verfügt, im Gegensatz zur Erde, über kein globales Magnetfeld, das den Mars und seine Atmosphäre vor dem Sonnenwind schützen könnte.

Wieso der Mars kein globales Magnetfeld hat, ist noch nicht gänzlich geklärt. Man vermutet, dass auf der Erde das globale Magnetfeld dadurch entsteht, dass flüssiges Eisen im äußeren Kern um einen soliden inneren Kern fließt und so ein Magnetfeld aufbaut wird - ähnlich wie ein Dynamo. Eine Theorie ist, dass wegen seiner geringen Masse das Innere vom Mars schon vor langem abgekühlt ist und der innere Dynamo zu funktionieren aufgehört hat, weil der äußere Kern abgekühlt ist und fest (solide) wurde. Außerdem wird wegen seiner geringen Masse zu wenig Druck auf den inneren Kern ausgeübt, so dass er nicht fest (solide) wurde.

Wegen des fehlenden globalen Magnetfelds wird der Mars eine dichte Atmosphäre nicht halten können. Seine Atmosphäre wird in das Weltall entweichen. Jedoch wäre es möglich, in luftdichten Bauwerken wie Kuppeln zu wohnen und Landwirtschaft zu betreiben. Es gäbe genug Sonnenlicht, Wasser und planetare Rohstoffe für die Industrie und die Landwirtschaft.

Jedoch wird es auf lange Sicht auch auf dem Mars zu heiß werden. Die Sonne wird als roter Riese den Mars zwar vermutlich nicht verschlucken, aber überhitzen. Die habitable Zone, also jene Entfernungsbandbreite von der Sonne, bei der die Temperaturen Wasser im flüssigen Aggregatszustand ermöglichen, wird weiter nach außen verlagert werden.

Jupiters Monde könnten ein Zufluchtsort sein

Als nächste kommen die Planeten Jupiter und Saturn mit Entfernungen von 5,2 AE und 9,5 AE von der Sonne in Betracht.

Sie sind die zwei größten Gasriesen in unserem Sonnensystem, haben keine feste Oberfläche und sind zum Kolonisieren somit nicht geeignet. Jedoch haben beide Planeten eine große Anzahl von Monden, von denen einige durchaus interessante Heimatwelten werden könnten.

Von Jupiters Monden sind Ganymed und Europa vielversprechend. Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems. Er hat einen Radius von etwa vier Zehnteln des Radius der Erde und ist somit ein wenig größer als der Planet Merkur. Unter einer Eisschicht wird ein riesiger Ozean vermutet, der möglicherweise mehr Wasser enthält als alle Ozeane der Erde zusammen. Auch der Mond Europa, der immerhin etwa ein Viertel des Erdradius hat, verbirgt vermutlich einen riesigen Ozean unter einer dicken Eisschicht. Man schätzt eine Eisdicke von 10 bis 100 km.

Expedition zu fremden Welten: 20 Milliarden Kilometer durch das Sonnensystem

Wenn die Sonne größer und die habitable Zone nach außen verlagert wird, könnten diese zwei Monde relativ gute Lebensbedingungen bieten. Während auf der Erde ein Inferno herrscht, alles Wasser schon längst verdampft und die meiste Atmosphäre ins All entwichen ist, könnten vergleichsweise paradiesische Zustände auf den zwei Monden existieren.

Ein warmer Mond mit Aussicht auf den Saturn - traumhaft, oder?

Eine andersartige Alternative könnte der Saturnmond Titan sein. Er ist aktuell der Mond mit der dichtesten Atmosphäre im Sonnensystem. Seine Atmosphäre ist dichter als die der Erde. Auf seiner Oberfläche beträgt der atmosphärische Druck etwa 1,5 bar.

Titans Atmosphäre besteht hauptsächlich aus Stickstoff (mindestens 97 Prozent), Methan (bis zu 3 Prozent) sowie kleinen Mengen an Argon, Wasserstoff und anderen Molekülen. Was ihn darüber hinaus besonders macht, sind sein Wetter und seine Seen: Er ist neben der Erde das einzige Objekt im Sonnensystem, auf dem man größere Seenbildung beobachten konnte. Seine Seen bestehen nicht aus Wasser, sondern aus Kohlenwasserstoffverbindungen wie Ethan (C2H6), Propan (C3H8) und Methan (CH4), die aufgrund der niedrigen Temperaturen flüssig werden und Seen bilden können.

Titan hat eine durchschnittliche Oberflächentemperatur von etwa -180 Grad Celsius, wobei die Temperaturen auch Minimalwerte von etwa -200 Grad Celsius erreichen können. Seine Oberfläche besteht aus Gestein und Wassereis. Unter der Oberfläche existiert möglicherweise sogar flüssiges Wasser. Wenn die habitable Zone wegen der größer werdenden Sonne den Titan erreicht, hätte man einen warmen Mond mit einer dichten Atmosphäre, flüssigem Wasser und einer schönen Aussicht auf den Saturn. Traumhaft, oder?

Leider wird der Saturnmond Titan nicht ewig warm bleiben. Nachdem die Sonne zum roten Riesen geworden ist, wird sie in diesem Zustand nur etwa eine Milliarde Jahre verweilen. Danach wird sie zu einem weißen Zwerg schrumpfen und unsere neuen Heimatwelten im Orbit von Jupiter und Saturn werden wieder eiskalt werden - sogar noch kälter, als sie es jetzt sind.

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 Erstmal müssen wir die menschengemachte Erderwärmung überlebenWir müssen vom Sonnensystem Abschied nehmen 
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DieTatsaechlich... 02. Aug 2021 / Themenstart

Jupp ... und eine Partei "Alternative fürs Sonnensystem" wird sagen, die Leute hätten...

DieTatsaechlich... 02. Aug 2021 / Themenstart

Die Kurzsichtigkeit nimmt weltweit stark zu. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO...

Michael H. 01. Aug 2021 / Themenstart

Ähm.. kriegen wir auch hin, ohne dass wir erst Jahrtausende nach intelligentem Leben...

Michael H. 01. Aug 2021 / Themenstart

So unterscheiden sich die Geschmäcker. Ich fand den Film gerade deswegen recht gut...

Pantsu 29. Jul 2021 / Themenstart

Wichtig wäre eine ausführliche Aufarbeitung, ob man nun an oder mit der Sonne gestorben ist.

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