Global Logic: Firma wollte Wahl zum Openstreetmap-Vorstand manipulieren

Durch das massive Anmelden neuer Mitglieder sollte die Wahl zum Vorstand der Openstreetmap Foundation beeinflusst werden. Das legt eine Untersuchung der Community nahe. Das beteiligte Unternehmen macht schon länger Ärger, eine Einflussnahme auf die Wahl gelang wegen Fehlern jedoch nicht.

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Der Vorstand der Openstreetmap-Community sollte offenbar beeinflusst werden.
Der Vorstand der Openstreetmap-Community sollte offenbar beeinflusst werden. (Bild: Martin Wolf/Golem.de, Openstreetmap-Logo: Ken Vermatte/CC-BY-SA 3.0)

Nach mehr als einem Monat Recherche hat die Openstreetmap-Community festgestellt, dass die vergangene Wahl zum Vorstand des gemeinnützigen Trägers offenbar manipuliert werden sollte. Der Bericht (PDF) dazu ist nun für alle Interessierten öffentlich einsehbar und legt nahe, dass das Unternehmen Global Logic durch das konzertierte Anmelden von 100 seiner Mitarbeiter innerhalb weniger Stunden die Vorstandswahl beeinflussen wollte.

Global Logic ist ein Outsourcing-Dienstleister für verschiedene IT-Unternehmen und -Dienste, dazu gehören unter anderem auch Google Maps und Apple Maps, die meist von Teams in Indien betreut werden. In der Vergangenheit gab es bereits Auseinandersetzungen zwischen der Data Working Group, der Openstreetmap-Community und Global Logic in seiner Tätigkeit für Apple oder das Fahrdienst-Startup Grab in Südostasien.

Einem Bericht des Magazins Techcrunch zufolge haben Mitarbeiter von Global Logic wohl die Daten von sogenannten Mappern von Openstreetmap, also Community-Mitgliedern, die vor Ort kartographieren, mit eigenen Daten überschrieben, die auf Satellitenbildern basieren. Die Satellitenbilder sind für Gegenden, die sich schnell verändern, aber oft veraltet. Darüber hinaus habe sich Global Logic wohl nicht an die Lizenz der Openstreetmap-Daten gehalten.

Manipulationsversuch nicht erfolgreich

In der Diskussion um die Wahl zum Vorstand und die verdächtig hohe Zahl nahezu gleichzeitiger Anmeldungen durch Angestellte von Global Logic sei das Unternehmen nicht ehrlich gewesen und Openstreetmap geht davon aus, dass sich die Angestellten "nicht einzeln angemeldet haben", schreiben die Verantwortlichen in der Auswertung. Außerdem heißt es: "Global Logic hat Versionen des Ereignisses bereitgestellt, die widersprüchlich und nicht glaubwürdig sind".

Die genaue Motivation und das angestrebte Ziel könne die Openstreetmap-Untersuchung zwar nicht benennen, dass aber die Wahl beeinflusst werden sollte, ist für die Community ziemlich sicher. Dass dies letztlich nicht geschehen ist, liegt an dem Zeitpunkt der Anmeldungen. Diese sind schlicht zu spät eingegangen. Um an der Wahl teilnehmen zu dürfen, hätten die Anmeldungen vor dem 15. November 2018 eingehen müssen, diese sind allerdings erst im Laufe des Tages eingegangen.

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