Global Intelligence Files: Gibt es eine geheime US-Anklage gegen Julian Assange?

Die US-Justiz hat möglicherweise bereits eine Anklage gegen Julian Assange fertig und hält sie unter Verschluss. Das geht aus einer der Stratfor-E-Mails hervor, die Wikileaks derzeit veröffentlicht.

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US-Justizminister Eric Holder: Hexenjagd nach Wikileaks
US-Justizminister Eric Holder: Hexenjagd nach Wikileaks (Bild: US-Justizministerium)

Julian Assange kämpft gegen eine Auslieferung von Großbritannien nach Schweden, da er von dort in die USA überstellt werden könnte. Dort, so fürchtet der Wikileaks-Gründer, droht ihm eine Anklage wegen der Veröffentlichung geheimer US-Dokumente. Zu Recht: Die US-Behörden haben offensichtlich eine Anklage bereits fertig in der Schublade.

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Das gehe aus einer Mail von Frank Burton, dem stellvertretenden Chef des US-Sicherheitsunternehmens Strategic Forecasting (Stratfor), hervor, berichtet das US-Magazin Rolling Stone. "Wir haben eine versiegelte Anklage gegen Assange", schreibt Burton am 26. Januar 2011 und fügt hinzu, diese Information sei "Not for Pub", also nicht zur Veröffentlichung gedacht.

Kein Kommentar

Offiziell ermittelten die US-Behörden zu dem fraglichen Zeitpunkt noch gegen Assange. In den USA kann eine Anklageschrift versiegelt werden, um sie geheim zu halten. Das US-Justizministerium wollte sich gegenüber dem Rolling Stone nicht dazu äußern, ob bereits eine Anklage gegen Assange vorliegt.

Die erste Person Plural dürfte dabei ein Hinweis auf Burtons Vergangenheit sein: Vor seiner Tätigkeit bei Stratfor war er in leitender Funktion beim Diplomatic Security Service (DSS), einer dem US-Außenministerium unterstellten Bundesbehörde, die US-Bürger und -Einrichtungen im Ausland schützt.

Fünf Millionen Stratfor-E-Mails

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Die betreffende Mail gehört zu den sogenannten Global Intelligence Files. Das sind fünf Millionen Stratfor-E-Mails, die das Kollektiv Anonymous bei einem Einbruch in die Stratfor-Computer im Dezember 2011 erbeutet hat. Wikileaks hat Anfang der Woche damit begonnen, diese E-Mails zu veröffentlichen. Der Rolling Stone ist einer der Medienpartner von Wikileaks bei der Veröffentlichung der Global Intelligence Files.

Assange protestierte gegen die geheime Anklage. Gerechtigkeit müsse sichtbar sein und dürfe nicht im Verborgenen vollzogen werden. US-Justizminister Eric Holder betreibe eine Hexenjagd nach dem Vorbild von US-Senator Joseph McCarthy gegen ihn. Grand Jurys mit geheimen Anklagen seien offensichtlich Holders Mittel im Umgang mit Verlegern, die seine Regierung zur Verantwortung zögen, schrieb Assange. Das stehe im Widerspruch zu den Absichten der Gründerväter der USA. "Er sollte den Fall fallenlassen oder zurücktreten", forderte Assange.

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