Glitch: Rowhammer ist auch über die Grafikeinheit realisierbar

Dass Rowhammer funktioniert, konnten Entwickler schon mit einem Android-Smartphone beweisen. Die Sicherheitslücke Glitch kann die Hardwareschwachstelle aber auch mithilfe der GPU ausnutzen, was theoretisch weitere Möglichkeiten eröffnet. Noch sind die Anwendungsgebiete des Angriffs aber limitiert.

Artikel veröffentlicht am ,
Rowhammer ist eine Methode, Hardware zu überlisten.
Rowhammer ist eine Methode, Hardware zu überlisten. (Bild: Pixabay.com/CC0 1.0)

Ein neues Sicherheitsproblem mit dem Namen Glitch ist einer der ersten Hacking-Angriffe, die mithilfe einer Grafikeinheit den Rowhammer-Effekt ausnutzen. Dieser tritt auf DDR3- und DDR4-Flashzellen auf, indem elektromagnetische Interferenzen zwischen den immer näher aneinanderrückenden RAM-Bausteinen zum Kippen von dort gespeicherten Bits führen. Bisher wurde dies oftmals durch eine unnatürlich hohe Zugriffsfrequenz durch den Prozessor realisiert. Die GPU dafür zu nutzen, ist ungewöhnlich. Das Online-Magazin Ars Technica berichtet, dass dadurch ein Android-Smartphone angegriffen werden konnte.

Stellenmarkt
  1. Solution Architekt SAP (w/m/d)
    Dataport, verschiedene Standorte
  2. Leiterin / Leiter (w/m/d) Inhouse Consulting HR
    Berliner Stadtreinigungsbetriebe (BSR), Berlin
Detailsuche

Die Grundlage des Glitch-Hacks bildet herkömmliches Javascript, das die Grafikbibliotheken von WebGL nutzt, um der GPU künstlich massiv viele Ausführungsbefehle aufzutragen, die den Rowhammer-Effekt hervorrufen. Das Problem: Da es sich dabei um einen Hardwarefehler an den Speicherzellen selbst handelt, ist ein Patch gegen einen solchen Angriff schlecht umsetzbar. Ein ähnliches Problem macht auch die CPU-Sicherheitslücken Spectre und Meltdown so gefährlich.

Rowhammer ist noch nicht sehr effizient ausnutzbar

Allerdings ist Glitch, wie viele Rowhammer-Angriffe vor diesem, praktisch noch nicht sehr sinnvoll nutzbar, sodass zumindest noch keine große Gefahr davon ausgeht. Zudem sind bereits erste Maßnahmen von Hardwareherstellern gegen den Fehler in der Entwicklung. Moderne Smartphone sollen gegen den Effekt abgeschirmt sein oder ihn zumindest abschwächen. Ein Proof of Concept wurde daher nur auf einem alten Google Nexus 5 durchgeführt - das Telefon, das auch von der Rowhammer-Variante Drammer gerootet werden kann.

Dass der Rowhammer-Angriff mithilfe von GPUs generell möglich ist, könnte gerade im mobilen Hardwaresegment für Probleme sorgen. In Smartphones und Tablets sind Grafikeinheit und Prozessor meist auf einem Chip zusammen integriert, welcher sich nicht so einfach erweitern oder austauschen lässt, ohne dass Hersteller wie Qualcomm Änderungen an der Architektur vornehmen. Zudem nutzen viele High-End-Geräte den gleichen Chip, etwa den Snapdragon 845 in Produkten von Sony, Google oder LG. Das gibt Angreifern eine große Menge an potentiellen Zielen.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Elektro-Kombi
Opel Astra setzt auf Effizienz statt großen Akku

Mit dem Opel Astra Sports Tourer kommt der erste vollelektrische Kombi eines deutschen Herstellers auf den Markt.

Elektro-Kombi: Opel Astra setzt auf Effizienz statt großen Akku
Artikel
  1. US-Elektroautobauer: Fisker plant Autofabrik in Europa
    US-Elektroautobauer
    Fisker plant Autofabrik in Europa

    Fisker will ein europäisches Autowerk bauen und hat dabei auch Deutschland im Fokus. Dort soll das Mittelklassefahrzeug Pear gefertigt werden.

  2. App-Store-Rauswurfdrohung: Musk attackiert Apple
    App-Store-Rauswurfdrohung
    Musk attackiert Apple

    Apple hat angeblich seine Werbeaktivitäten auf Twitter weitgehend eingestellt und mit einem App-Store-Rauswurf gedroht.

  3. Kryptografie: Warum Kaiser Karls Geheimcode fast 500 Jahre geheim blieb
    Kryptografie
    Warum Kaiser Karls Geheimcode fast 500 Jahre geheim blieb

    War Kaiser Karl V. ein kryptografisches Genie? Wir werfen einen Blick auf seinen Geheimcode und klären, warum er erst jetzt entschlüsselt wurde.
    Eine Analyse von Johannes Hiltscher

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • Samsung Cyber Week • Top-TVs (2022) LG & Samsung über 40% günstiger • AOC Curved 34" WQHD 389€ • Palit RTX 4080 1.499€ • Astro A50 Gaming-Headset PS4/PS5/PC günstiger • Gigabyte RX 6900 XT 799€ • Thrustmaster Flight Sticks günstiger [Werbung]
    •  /