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Glenn Greenwald: "Sie müssen Angst vor uns bekommen"

Auf seiner Keynote auf dem 30C3 beschwört der Journalist Glenn Greenwald die Hackergemeinde, ihr Wissen und ihre Werkzeuge für die Wahrung der Privatsphäre einzusetzen. Auf ein Umdenken der Geheimdienste und Regierungen könnten sie nicht vertrauen.

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Glenn Greenwald hat die Keynote auf dem 30C3 gehalten.
Glenn Greenwald hat die Keynote auf dem 30C3 gehalten. (Bild: CCC/Screenshot: Golem.de)

Die massenhafte Überwachung durch Geheimdienste wird nach Ansicht von Glenn Greenwald nicht durch die Regierungen gestoppt. Vielmehr müssten die Menschen sich dagegen wehren, sagte der US-Journalist und Bürgerrechtler in seiner Keynote auf dem 30. Chaos Communication Congress am Freitag in Hamburg. Die Menschen müssten ihre Privatsphäre selbst schützen. Und Hacker könnten ihnen dabei helfen. Greenwald war per Videochat aus Brasilien zugeschaltet. Es sei für ihn derzeit zu gefährlich, zu verreisen.

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Die Dokumente, die Edward Snowden von der NSA mitgenommen hatte, hätten auch ihn vollkommen überrascht und schockiert. Die Regierungen würden aber nur symbolische Zugeständnisse machen. Und die US-Regierung wolle Snowden möglichst lange ins Gefängnis bringen, wie sie es auch mit Chelsea Manning gemacht habe. Denn die Geheimdienste haben Angst, die Whistleblower könnten anderen als Vorbild dienen, nicht weil sie eine Gefahr für die nationale Sicherheit darstellten. Selbst die Regierungen anderer Länder, die machtvoll genug wären, Snowdens Rechte zu verteidigen, würden einfach zusehen - sogar wenn sie selbst betroffen seien.

NSA will in jede kleine Nische schauen

Die wichtigste Erkenntnis, die sich aus den Snowden-Enthüllungen für Greenwald ergeben hat, besteht darin, dass die Geheimdienste die Privatsphäre vollkommen abschaffen wollten. Sie wollten alles überwachen, in jede noch so kleine Nische hineinschauen können. Es mache sie verrückt, wenn sie jemanden auch nur für ein paar Stunden aus den Augen verlören. Es gehe auch längst nicht mehr darum, einzelne Personen zu überwachen, sondern nur darum, alles zu wissen.

An politische Änderungen glaubt Greenwald zwar nicht, es könnte aber Gerichte in den USA geben, die die Überwachung kritisierten und zugleich offenlegten. Auch international könnten Kläger und Richter die massenhafte Überwachung juristisch anfechten. Unter wirtschaftlichen Druck geratene weltweit agierende Konzerne könnten erheblichen Einfluss auf die britische und US-amerikanische Regierungen ausüben.

Hacker haben es in der Hand

Seine größte Hoffnung liegt aber auf den Hackern. Deren Wissen und Werkzeuge seien die größte Hürde für die technische Überwachung der Geheimdienste. Der Kampf gegen die NSA könne nur auf technischer Ebene ausgefochten werden, sagte Greenwald. Das wisse auch die NSA. Deshalb trete sie auf Hacker-Kongressen auf. Sie wolle Experten für ihre Zwecke gewinnen. Denn die Fähigkeiten der Hacker seien der Schlüssel, um die Privatsphäre zu wahren. "Die Geheimdienste müssen uns fürchten und nicht wir sie," sagte Greenwald.

Greenwald wollte auch ein wenig Optimismus verbreiten. Mit den Werkzeugen wie Verschlüsselung und nach den Enthüllungen Snowdens wachse auch die Allianz, die sich für die Privatsphäre einsetze. Und für den Schutz und die Rechte von Whistleblowern eintrete. Wikileaks, Laura Poitras und viele andere hätten Snowden auf seiner Flucht vor der US-Justiz nach Moskau begleitet.

Es kommt noch viel mehr

Aus technischer Unkenntnis habe er die Geschichte seine Lebens beinahe verpasst, sagte er weiter. Denn er habe Anfangs die Mail-Verschlüsselung PGP nicht installieren wollen. Es sei ihm zu kompliziert gewesen. Kurz bevor er Snowden in Hong Kong getroffen habe, habe er sich mit der Datenverschlüsselung per Truecrypt beschäftigt. Snowden habe ihm dann erklärt, Truecrypt sei was für kleine Jungs.

Snowden habe eine klare Vorstellung davon, was er mit den veröffentlichten Informationen erzielen wolle, sagte Greenwald. Es würden keine Informationen herausgegeben, die andere Staaten für den Ausbau ihrer eigenen Überwachung nutzen könnten. Und es würden keine Informationen über einzelnen Personen veröffentlicht. Es gebe noch vieles, das an die Öffentlichkeit müssten, sagte der Journalist. Aber die Bearbeitung der Dokumente brauche seine Zeit. "Es wird aber alles veröffentlicht, was relevant ist." Davon gebe es noch viel, sagte Greenwald unter dem Applaus der Hackergemeinde.

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bombinho 03. Mär 2014

Sehr netter Gedanke, leider wuerde der einiges an Einarbeitung des Aufzuklaerenden...

ikhaya 31. Dez 2013

http://www.heise.de/security/meldung/Verschluesselungssoftware-TrueCrypt-Ein-Zweifel...

nieblomov 29. Dez 2013

Vor wem muss da jemand Angst haben? Angst? Wovor? Das Thema ist ja nicht Angst sondern...

maceblue 28. Dez 2013

Wenn wir aber nunmal (und so sieht es momentan leider aus) nicht auf veränderungen auf...

Groundhog Day 28. Dez 2013

Na was für eine erstklassige "Übersetzung"!


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