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Gleichstellung mit Elektroautos: Lindner will E-Fuels steuerlich begünstigen

IAA 2023 Mit E-Fuels betriebene Autos sollen steuerlich Elektroautos gleichgestellt werden. Porsche will für seine E-Fuels-Anlage nun selbst CO2 absaugen.
/ Friedhelm Greis
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Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will E-Fuels steuerlich begünstigen. (Bild: Lisi Niesner/Reuters)
Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will E-Fuels steuerlich begünstigen. Bild: Lisi Niesner/Reuters

Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP) will offenbar den Verkauf von E-Fuels und den Betrieb von Verbrennerautos mit E-Fuels steuerlich begünstigen. Einen entsprechenden Gesetzentwurf werde das Bundesfinanzministerium noch in diesem Herbst vorlegen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am 4. September 2023(öffnet im neuen Fenster) . Das Konzept sieht unter anderem vor, E-Fuel-Fahrzeuge komplett von der Kfz-Steuer zu befreien.

Darüber hinaus soll laut FAZ die private Nutzung solcher Dienstwagen nicht stärker als die Nutzung von Elektroautos und Plugin-Hybriden besteuert werden. Auch in der Gewerbesteuer plant Lindner Erleichterungen für synthetische Kraftstoffe. Der FDP-Chef dringt ebenfalls darauf, die Energiesteuer auf E-Fuels so niedrig zu halten, wie das europarechtlich möglich ist. Und er will sich für einen Verzicht auf die Mehrwertsteuer bei E-Fuels einsetzen, sobald dies möglich ist.

E-Fuels weiter umstritten

Die Bundesregierung hat zuletzt auf EU-Ebene durchgesetzt , dass es auch nach 2035 möglich sein soll, ausschließlich mit E-Fuels betankbare Verbrennerautos neu zuzulassen.

Nach Ansicht von Forschern des Fraunhofer-Institut ISI ist der Einsatz von E-Fuels im Straßenverkehr jedoch nicht sinnvoll . Unter anderem seien die Luftfahrt und die Schifffahrt auf die synthetischen Kraftstoffe angewiesen. Die Lufthansa erwartet auch langfristig hohe Preise für synthetisches Kerosin. Ebenfalls ist weiter unklar, wie sichergestellt werden kann, dass Verbrennerautos nur mit E-Fuels betrieben werden können.

Porsche erwägt Bau von DAC-Anlagen

Dennoch arbeitet der Autohersteller Porsche mit anderen Firmen in Chile an einem Pilotprojekt, das synthetische Kraftstoffe produzieren soll . Dazu wird unter anderem Kohlendioxid (CO₂) verwendet, das aus der Luft gewonnen wird. In dem Zusammenhang kündigte Porsche auf der IAA Mobility in München an(öffnet im neuen Fenster) , künftig ein industrielles Direct-Air-Capture-Verfahren (DAC) zur Serienreife bringen zu wollen.

Dazu denkt Porsche zusammen mit Volkswagen Group Innovation, HIF Global und MAN Energy Solutions Integration über den Bau einer DAC-Pilotanlage im E-Fuels-Werk in Chile nach. "Wir halten die DAC-Technologie für zukunftsträchtig, weil sich mit ihrer Hilfe die für die Herstellung vieler Produkte benötigten Kohlenstoff-Moleküle auf nachhaltige Weise gewinnen lassen. Deshalb arbeiten wir daran, sie auf einen höheren Reifegrad zu bringen" , sagte Michael Steiner, Forschungs- und Entwicklungsvorstand von Porsche.

Steiners Vorstandskollegin Barbara Frenkel ergänzte: "Reines CO₂ lässt sich industriell weiterverwerten oder dauerhaft im Boden speichern. Außerdem können damit E-Fuels hergestellt werden - das planen wir im ersten Schritt."

Zuletzt hat die US-Regierung angekündigt , den Aufbau von DAC-Anlagen in den USA mit Milliardensummen zu fördern. Dort sollen zunächst zwei große Pilotanlagen aufgebaut werden.


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