Rokid Glasses: Verfügbarkeit und Preis
Technisch ist das so umgesetzt, dass die Korrekturlinsen möglichst nah an die eigentliche Optik rücken, um Verzerrungen zu vermeiden. Rokid spricht von einem sehr kleinen Luftspalt zwischen Displayoptik und Sehlinse, was die Bildqualität stabil halten soll.
Ein weiterer wichtiger Baustein ist die Kamera. Rokid verbaut einen 12-Megapixel-Sensor (Sony IMX681), der Fotos in 4K sowie Videos bis zu 3K bei 30 fps aufnimmt.
Im Gegensatz zu vielen Konkurrenzlösungen sind auch längere Clips von bis zu rund zehn Minuten möglich. Die Bedienung erfolgt per Taste oder Sprachbefehl ("Hi Rokid"), was gerade bei Freihand-Szenarien sinnvoll ist.
Besonders vielversprechend fanden wir beim Ausprobieren die Navigation. Statt nur einfacher Pfeile blendet die Brille eine reduzierte, aber gut verständliche Darstellung der Umgebung ein. Richtungshinweise erscheinen im Sichtfeld, ohne dass man aufs Smartphone schauen muss – ein Vorteil gegenüber klassischen Karten-Apps, sofern es langfristig in der Praxis nicht doch irritiert.
Auch eine Übersetzungsfunktion gehört zu den Kernfeatures. Rokid spricht von Echtzeitübersetzungen in bis zu 89 Sprachen mit einer Latenz von etwa 300 Millisekunden. Im Hands-on ließ sich das nur kurz ausprobieren, doch die Kombination aus Audioaufnahme und direkt eingeblendeten Texten wirkt grundsätzlich schlüssig.
Angaben zur Akku-Laufzeit
Technisch setzt Rokid auf eine Dual-Chip-Architektur. Für rechenintensive Aufgaben wie Bildverarbeitung kommt ein Snapdragon AR1 zum Einsatz, während ein stromsparender NXP-Chip Always-on-Funktionen wie Sprachaktivierung übernimmt. Dazu kommen 2 GB RAM und 32 GB interner Speicher sowie Funkstandards wie Wi-Fi 6 und Bluetooth 5.3.
In der Brille selbst steckt ein vergleichsweise kleiner Akku mit rund 210 mAh, ergänzt durch ein Ladecase mit etwa 3.000 mAh, das laut Hersteller bis zu zehn vollständige Nachladungen ermöglicht. Realistisch sind laut Angaben etwa zwei Stunden Dauerübersetzung, rund vier Stunden Telefonie oder bis zu sechs Stunden Musikwiedergabe.
Eine nette Idee sind die Capsules: So heißen Zusatzakkus, die man am hinteren Ende der Bügel befestigen kann und die den eigentlichen Akku der Brille beim Tragen kabellos aufladen (so ähnlich wie Magsafe bei Handys).
Beim Audio hinterlassen die Brillen einen soliden Eindruck. Die Open-Ear-Lautsprecher liefern verständlichen Klang für Gespräche und Medien, unterstützt von einem Vier-Mikrofon-Array mit Beamforming zur gezielten Sprachaufnahme. Auch Musik klang unserem ersten Eindruck nach erstaunlich gut, allerdings fehlte uns hier ein Vergleich mit anderen Kopfhörern.
Die Rokid Glasses sollen regulär 700 Euro kosten. Zum Marktstart gibt es zeitlich begrenzte Angebote: Vom 4. bis 12. Mai nennt Rokid 570 Euro inklusive Power Capsule, danach 590 Euro bis Ende Mai 2026. Die displaylose Rokid AI Glasses Neo wird für 450 Euro angekündigt.
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