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Glasfaserplus: Telekom Joint Venture öffnet sich für Deutsche Giganetz

Glasfaserplus lässt sein Netz von Deutsche Giganetz vermarkten, doch die Telekom vermarktet nicht beim Partner. Open Access als Einbahnstraße.
/ Achim Sawall
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Vertragsunterzeichnung (v. l. n. r.): Benjamin Grimm (Deutsche Giganetz), Wolfram Thielen (Chief Revenue Officer, Deutschen Giganetz), Jens Berwig (Chief Commercial Officer, Glasfaserplus) und Catherina Clostermann (Glasfaserplus) (Bild: Deutsche Giganetz)
Vertragsunterzeichnung (v. l. n. r.): Benjamin Grimm (Deutsche Giganetz), Wolfram Thielen (Chief Revenue Officer, Deutschen Giganetz), Jens Berwig (Chief Commercial Officer, Glasfaserplus) und Catherina Clostermann (Glasfaserplus) Bild: Deutsche Giganetz

Das Telekom Joint Venture Glasfaserplus hat eine Open Access-Kooperation mit Deutsche Giganetz unterzeichnet. Das gaben die Partner am 13. November 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die Deutsche Giganetz wird in einer Wholebuy-Partnerschaft künftig die FTTH-Netze von Glasfaserplus mitnutzen.

Glasfaserplus vermarktet seine Zugänge nicht selbst, bisherige Partner sind die Deutsche Telekom, Plusnet, VSE NET (E.ON) und SachsenEnergie. Jens Berwig, Chief Commercial Officer bei Glasfaserplus, sagte: "Wir freuen uns über diese wichtige Kooperation und auf eine lange, erfolgreiche Partnerschaft."

Die beiden Unternehmen planen laut den Angaben, in den kommenden Monaten gemeinsam vorhandene sowie neue Glasfaserprojekte zu realisieren und zu finalisieren – sowohl im ländlichen als auch im städtischen Raum. Der Start wird voraussichtlich in den nordrhein-westfälischen Gemeinden Rheinberg, Breckerfeld, Herdecke und Kaarst sowie im hessischen Lampertheim erfolgen. Dort können Bewohner künftig die Angebote der Deutschen Giganetz im Netz der Glasfaserplus nutzen.

Telekom kauft selten Vorleistungen ein

Die Deutsche Giganetz schafft nach eigenen Angaben ein Netz, "das auch als Open-Access-Lösung diskriminierungsfrei offen für andere Anbieter ist" . Die Telekom nutzt das aber bisher nicht.

Die Telekom habe zwar viele Partnerschaften mit anderen Netzbetreibern, kaufe aber kaum Vorleistungen bei ihnen ein. Das sagte Benedikt Kind, Leiter Recht und Grundsatzfragen und Regulierung beim Branchenverband Breko, Golem im Juni 2025. "Man müsste die Telekom fragen, warum sie bis auf ein oder zwei Ausnahmen keine Produkte auf den Netzen anderer Glasfaserausbauunternehmen anbietet." Eine dieser Ausnahmen ist Wilhelm.tel.

Die allermeisten Wettbewerber hätten ihre Netze geöffnet und viele Open-Access-Partnerschaften liefen bereits oder starteten sehr bald. "Nur die Telekom kauft praktisch keine Vorleistungen bei ihren Wettbewerbern ein" , sagte Kind.

Die Deutsche Giganetz-Sprecherin Carmen Fesenbeck sagte Golem, dass man damit nicht den Trend von UGG und Deutsche Glasfaser fortführe und den Ausbau reduziere. "Nein, damit nehmen wir erst richtig Fahrt auf" , betonte sie. Die Deutsche Giganetz hatte den geplanten eigenwirtschaftlichen Ausbau in Dresden jedoch unlängst gestoppt(öffnet im neuen Fenster) . Grund war eine fehlende Nachfrage, die Mindestquote wurde offenbar nicht erreicht.


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