Glasfasermarkt: Telekom baut der Konkurrenz davon
Im Monat August hat die Telekom 222.000 neue Glasfaseranschlüsse gebaut. Das gab der Netzbetreiber am 29. September 2026 bekannt.(öffnet im neuen Fenster) Damit haben jetzt 14,1 Millionen Haushalte und Betriebe die Möglichkeit, Tarife mit Datenübertragungsraten von 1 bis 2 GBit/s durch Fiber To The Home (FTTH) zu nutzen.
Die Telekom strebt seit zwei Jahren ein Ausbautempo von rund 2,5 bis 3 Millionen neuen FTTH-Anschlüssen pro Jahr an. Das entspricht rechnerisch einem Ziel von etwa 200.000 bis 250.000 Anschlüssen pro Monat. Der solide August-Wert ist kein Rekord, in einzelnen Spitzenmonaten im Sommer wurden punktuell auch schon nahe 250.000 bis 300.000 Einheiten vermeldet.
Deutsche-Telekom-Chef Tim Höttges hatte am 6. August 2026 eine Wende beim Glasfaserausbau in Deutschland angekündigt. Man müsse stärker monetarisieren. "Deshalb ist unser Ziel nicht, möglichst viel Glasfaser zu bauen. Unser Ziel ist es, mit jedem gebauten Anschluss mehr Kundennutzen und mehr wirtschaftlichen Wert zu schaffen."
Mit 161.000 neuen FTTH-Kunden habe man "große Fortschritte" gemacht, betonte Höttges. "Wir steuern Glasfaser künftig noch konsequenter nach Nachfrage, Penetration, Churn, Wholesale-Auslastung und Kapitalrendite. Bauen bleibt wichtig. Aber Anschließen, Aktivieren und Monetarisieren werden wichtiger." Telekom-Sprecherin Marion Kessing sagte, man wolle aber Bemühungen, die Glasfaser in die Wohnungen und in die Betriebe zu bekommen, weiterhin steigern, zum Beispiel durch noch bessere Aufklärung und Bewerbung. Und es werde insbesondere der Vollausbau von Mehrfamilienhäusern forciert.
Niemand baut so viel FTTH wie die Telekom
Während die Telekom ihr hohes Tempo dennoch beibehält, haben viele alternative Netzbetreiber und Joint-Ventures den Ausbau stark zurückgefahren. Die Zahl der neu mit Glasfaser angeschlossenen Haushalte und Gebäude (Homes Connected) ist stark rückläufig. Das ergab die Breko-Marktanalyse vom 2. September 2026. Demnach kamen binnen zwölf Monaten, von Mitte 2025 bis Mitte 2026, nur noch 1,2 Millionen Homes Connected hinzu, nach 2,1 Millionen im Zeitraum von Mitte 2024 bis Mitte 2025. Die Investitionen der Telekom-Wettbewerber waren erstmals seit einem Jahrzehnt rückläufig: von 10,2 Milliarden Euro (2024) auf 9,8 Milliarden Euro.
Deutsche Glasfaser war jahrelang der aggressivste Herausforderer im ländlichen Raum mit dem Ziel von 6 Millionen Anschlüssen. Seit Mitte 2024/2025 hat das Unternehmen seine Ausbaupläne deutlich reduziert. In diesem Jahr wolle man rund 200.000 neue Glasfaseranschlüsse realisieren und 2027 auf dem Niveau bleiben.
Das Joint Venture Unsere Grüne Glasfaser (UGG) von Allianz und Telefónica baut ebenfalls spürbar langsamer als ursprünglich angekündigt. Das Ziel waren 2,2 Millionen Anschlüsse.
Vodafone baut FTTH fast nur über das Joint Venture OXG aus. Beim Ziel von 7 Millionen FTTH-Anschlüssen liegt man deutlich hinter dem Zeitplan.
Der Energieversorger und Telekommunikationsdienstleister EWE baut über das Joint Venture Glasfaser Nordwest gemeinsam mit der Telekom sowie mit der eigenen Tochter EWE Tel im Nordwesten weiterhin aktiv aus. Hier liegt das Ausbauvolumen schätzungsweise bei deutlich über 200.000 Anschlüssen pro Jahr.
Zugleich hat die Telekom durch den Überbau existierender Glasfaser viele Projekte der Konkurrenz verhindert.
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