Glasfaserkabel: Telekom beendet riskante Situation für Usedom

Das Insel-Internet wird von der Telekom mit einem weiteren Seekabel abgesichert.

Artikel veröffentlicht am ,
Der Bohrkopf gräbt sich durch die unterschiedlichen Gesteinsschichten.
Der Bohrkopf gräbt sich durch die unterschiedlichen Gesteinsschichten. (Bild: Deutsche Telekom)

Die Deutsche Telekom baut für die Insel Usedom ein zweites Glasfaserkabel. Das gab das Unternehmen am 1. September 2020 in seinem Firmenblog bekannt. Bisher verband nur eine Glasfaserleitung die Insel mit dem Festland, was die Telekom selbst als "eine riskante Lösung" bezeichnet.

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"Usedom ist aktuell nur über einen Weg nördlich der Insel angebunden. Das heißt, wenn da eine Havarie passiert, ist die gesamte Insel kommunikationsmäßig tot", sagte Marco Gerschler, Projektleiter der Telekom Technik. "Wir wollen diesen Havariefall nicht erst abwarten, sondern gleich im Vorfeld einen zweiten Weg auf die Insel bauen, im südlichen Bereich - so dass wir die größtmögliche Sicherheit für unsere Kunden haben."

Telekom-Sprecher Georg von Wagner erklärte Golem.de auf Anfrage: "Es kam nie zu Ausfällen in den zurückliegenden Jahren. Das Projekt wird komplett von uns finanziert."

Ein zweites dickes Glasfaserkabel wurde nun rund 900 Meter unter dem Peenestrom verlegt und an der Südseite der Insel gelandet. Das Kabel führt von Kamp auf dem Festland zum Hafen Karnin auf der Inselseite. Die neue Glasfaser-Anbindung versorgt die 76.500 Bewohner der Insel und ihre 1,5 Millionen jährlichen Feriengäste.

Glasfaser für Usedom: Green Hornet in Aktion

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Mit dem horizontal gesteuerten Spülbohrverfahren wurde von Spezialisten der Firma Beermann Bohrtechnik ein Kanal vom Startpunkt waagerecht bis zum Austrittspunkt auf der Insel geschaffen. Die dabei eingesetzte Maschine Green Hornet ist 250 Tonnen schwer. Eine Spülflüssigkeit sorgt dafür, dass Geröll abtransportiert und der Bohrkopf gekühlt wird und gleichzeitig die Wände des Bohrkanals stabilisiert werden. Auf dem Weg zurück zum Ausgangspunkt zog das Bohrgestänge ein rund 17 Zentimeter dickes Rohr aus Stahl ein. Durch den Düker verlegt die Telekom ihre Glasfaserleitung, die mit der Vermittlungsstelle Anklam auf der Festlandseite und mit der Vermittlungsstelle Usedom-Stadt auf der Insel verbunden wird. "Die Bodenbeschaffenheit ist sehr unterschiedlich. Auf dem größten Teil der Strecke handelt es sich um eher weiche, schluffig-sandige Tone und auf der Inselseite erwarten wir sehr harten Geschiebemergel, der von eiszeitlichen Seitenmoränen dort abgelagert wurde. Daher haben wir hier auch einen Felsbohrer eingesetzt", sagte Hans Oltmanns, Projektleiter der Firma Beermann.

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Eheran 02. Sep 2020

Damit könnte man wirklich problemlos durchs Kuchenblech :D

Vögelchen 02. Sep 2020

Ich frage mich ohnehin, wozu es ein Notfall-Seekabel braucht. Wenn ich es richtig sehe...

ronda-melmag 02. Sep 2020

Nach der Nummer von Flowtex dachte ich immer horizontal Bohren ist eine Fakenummer...

davidcl0nel 02. Sep 2020

Das wäre dann ja das Modell des Stromausfalls Berlin Köpenick aus dem letzten Jahr... ;-)



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