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Glasfaserausbau: Bundesministerium will Holzmasten der Telekom freigeben

Konkurrenten sollen ihre Glasfaser an die oberirdischen Masten der Telekom hängen dürfen, so das Bundesverkehrsministerium.
/ Achim Sawall
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Glasfaser nicht über-, aber oberirdisch (Bild: Deutsche Telekom)
Glasfaser nicht über-, aber oberirdisch Bild: Deutsche Telekom

Das Bundesministerium für Digitales und Verkehr will in einem Pilotprojekt die Masten der Deutschen Telekom für oberirdische Leitungen zur Mitnutzung für die Konkurrenz freigeben. Das geht aus einem Entwurf zur Gigabitstrategie der Bundesregierung des Ministeriums hervor, der Golem.de vorliegt. Der Branchendienst Heise Online(öffnet im neuen Fenster) hatte zuerst berichtet. Danach könnte man so "erheblich Zeit und Kosten sparen" und die Ausbaukosten pro Haushalt könnten "um 70 bis 80 Prozent reduziert werden" .

Die Telekom hat nach Angaben aus dem Jahr 2018 bundesweit rund drei Millionen Holzmasten mit einer Leitungslänge von über 100.000 Kilometern im Einsatz, an denen Glasfaserleitungen geführt werden.

Glasfaser – ein Holzweg (Firmenvideo Telekom)
Glasfaser – ein Holzweg (Firmenvideo Telekom) (05:38)

Durch das oberirdische Mitverlegen würden auch die Kapazitäten im Kabeltiefbau entlastet. "Bislang wird aus Sicht der Bundesregierung in Deutschland noch nicht in hinreichendem Maße von den Möglichkeiten der oberirdischen Verlegung Gebrauch gemacht" , zitiert Heise Online aus einer 60-seitigen Datei. Vom Gigabitbüro des Bundes sei dazu ein Konzept vorgelegt worden, das "mit allen relevanten Akteuren" diskutiert werde, bevor die Piloten gestartet würden.

Verlegen an Masten hält nur 15 Jahre

Das Bundesverkehrsministerium will Trenching und oberirdisches Verlegen von Glasfaser fördern, indem ein Haftungsfonds für eventuelle Schäden eingerichtet wird. Das sagte Staatssekretärin Daniela Kluckert (FDP) bereits am 14. Juni 2022 auf den Fiberdays des Breko in Wiesbaden . "Damit die Glasfaser schneller verlegt werden kann, haben wir eine Vielzahl von Maßnahmen festgeschrieben. Wir wollen die alternativen Verlegemethoden stärken."

Nach Angaben (PDF)(öffnet im neuen Fenster) der nordrhein-westfälischen Landesregierung vom Januar 2017 sind die Nachteile des oberirdischen Verlegens der Einfluss durch Wind, Eis und UV-Strahlung. Dazu kommen die Gefahren der Beschädigung durch Vandalismus und Vogelfraß und die häufig erforderliche Wartung. Dies mache den Austausch nach 12 bis 15 Jahren nötig. Die Kosten liegen jedoch nur bei circa 20 Euro pro Meter inklusive Hausanschlüssen. Hinzuzurechnen sind außerdem die Gefahren durch Sturmschäden wegen häufiger Extremwetterereignisse(öffnet im neuen Fenster) .


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