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Breko: Ausbaukosten in Deutschland höher als anderswo

Auch ein Breko-Sprecher sagte Golem: "Es gibt keine schlechten FTTH-Netze. Breko-Mitgliedsunternehmen bauen sowohl Point-to-Point- als auch PON-Netze. Dass die PON-Architektur überwiegt, ist auch der Tatsache geschuldet, dass die Ausbaukosten in Deutschland ohnehin schon höher sind als sonst irgendwo in Europa. Zudem verbrauchen GPON- und XGS-PON-Netze im Betrieb weniger Strom (PDF)(öffnet im neuen Fenster) als Point-to-Point-Netze."

Durch die Möglichkeit, PON-Netze ohne neuen Tiefbau aufzurüsten, seien diese zukunftssicher. Das beweise die Entwicklung von GPON zu XGS-PON zu 25G-PON und in Zukunft 50G-PON. "Auch fairer Wettbewerb vieler Anbieter ist auf PON-Netzen über den im deutschen Open-Access-Markt dominanten Layer-2-Bitstrom-Zugang problemlos möglich", sagte der Sprecher.

Westconnect-Sprecherin Sarah Meywirth argumentierte, "bei XGS-PON wird die vorhandene Infrastruktur anders organisiert: Mehrere Anschlüsse können über ein Splitterelement gebündelt werden. Dieses benötigt keine Stromversorgung und ermöglicht eine effizientere Nutzung der vorhandenen Glasfasern und der Technikstandorte." Moderne Glasfasernetze würden nicht auf Basis der theoretisch maximal möglichen Einzelbandbreite jedes Anschlusses geplant, sondern auf der tatsächlichen Nutzung.

Init7: Geschliffene Marketing-Phrasen

Init7-Chef Fredy Künzler sagte Golem, dass das alles geschliffene Marketing-Phrasen ohne viel Substanz seien. "Es wird nur Layer-2-Vorleistung verkauft, und dies mit einer Preisliste, die progressiv mit der Bandbreite ansteigt. Der einzige Grund liegt darin, die Zahlungsbereitschaft abzuschöpfen. Einen sachlichen Grund dafür gibt es nicht, der Port kostet immer gleich viel, egal welcher Rate-Limiter konfiguriert ist."

Solange nicht Layer-1 Open Access mit P2P-Faser und bezahlbarer Backhaul Faser statt regionaler Monopole verfügbar sei, wo Provider wie Init7 ihr eigenes Equipment verbauen könnten, werde es keinen Erfolg der Glasfaser in Deutschland geben. Nur Konkurrenz zwinge die Provider technisch zu besseren Produkten für weniger Geld. Reselling gleicher Produkte mit anderem Label sei eine "reine Alibiübung", sagte Künzler.

Die Schweiz reguliert härter und priorisiert den historisch gewachsenen physischen Layer-1-Infrastruktur-Wettbewerb (P2P) zwischen kleineren Anbietern wie Stadtwerken auf frei vermietbarer unbeleuchteter Faser gegenüber den Layer-2- und 3-Bitstrom-Angeboten (P2MP).

Deutsche Giganetz setzt auf P2P

Doch es gibt auch Ausnahmen: Carmen Fesenbeck, Sprecherin von Deutsche Giganetz, sagte Golem: "Deutsche Giganetz baut sein passives Glasfasernetz ausschließlich Point-to-Point aus. Jede Wohnung erhält eine dedizierte Faser bis in den PoP. Somit wäre es möglich, die aktive Technik – aktuell GPON oder XGSPON – gegen eine andere auszutauschen. Auch ein dritter Anbieter könnte bei uns am PoP die passive Faser eines Kunden übernehmen und auf seine eigene aktive Technik schalten. Wir sind durch diese Architektur offen in der Auswahl der genutzten Technik und für die Zukunft flexibel."

Die Splitter seien bei Deutsche Giganetz ausschließlich im PoP verbaut und man überwache aktiv die Auslastung der einzelnen XGS-/G-PON-Ports. "Außerdem planen wir maximal 24 Kunden auf einen GPON-Splitter, um ausreichend Kapazitätsreserve bereitzuhalten. Im Falle von XGSPON beplanen wir maximal 64 Kunden auf einen Splitter. Unsere Pronet-Produkte erhalten bereits heute einen dedizierten Anschluss ohne Splitter."


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