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Glasfaser: Trenching wird zur DIN-Norm

Parallel gab ein Tiefbau-Interessenverband ein Merkblatt heraus, das sich gegen Trenching richtet. Es bleibt spannend.
/ Achim Sawall
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Trenching bei der Telekom in der Praxis (Bild: Deutsche Telekom)
Trenching bei der Telekom in der Praxis Bild: Deutsche Telekom

Das Deutsche Institut für Normung (DIN) hat am 17. November 2022 den Entwurf der Norm 1822o für Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren im Glasfaserausbau auf seinem Entwurfsportal(öffnet im neuen Fenster) veröffentlicht.

Die Veröffentlichung sei "ein wichtiger Schritt für einen deutlich stärkeren Einsatz moderner Verlegemethoden" , sagte Sven Knapp(öffnet im neuen Fenster) , Leiter des Hauptstadtbüros des Branchenverbands Breko: "Dass wir jetzt endlich auch in Deutschland auf dem Weg sind, diese Verlegemethoden als Standardbauweise anzuerkennen, ist ein positives Signal für alle Unternehmen, die in den Glasfaserausbau investieren."

Damit wird voraussichtlich im Frühjahr 2023 ein Standard zur Verfügung stehen, nach dem sich Tiefbauunternehmen und Bauämter bei Genehmigung und Einsatz der Verlegemethoden richten. Frederic Ufer, zweiter Geschäftsführer des Branchenverbands VATM, sagte:(öffnet im neuen Fenster) "Dass dabei stark auf die Erfahrungen unseres Mitglieds und Glasfaser-Pioniers Deutsche Glasfaser(öffnet im neuen Fenster) gesetzt wird und sein Ausbauverfahren zum Branchenstandard gemacht werden soll, ist aus unserer Sicht eine sehr gute und praxisorientierte Entscheidung."

Ob sich die Gemeinden und Kommunen auch nach der neuen DIN-Norm richten, werde die Praxis zeigen, erklärten ausbauende Unternehmen Golem.de.

Sehr kritisch bewertet man jedoch das parallel zur Veröffentlichung des DIN-Entwurfs angekündigte Merkblatt für die Anwendung von Trenching-, Fräs- und Pflugverfahren der Forschungsgesellschaft Straßen und Verkehrswesen (FGSV). In der wichtigen Publikation für die Bauämter spricht sich die FGSV gegen Trenching aus. "Dieses einseitig interessengeleitete Merkblatt darf nicht zum Bremsklotz für den weiteren Glasfaserausbau werden, indem es zu Verunsicherung in den Tiefbauämtern führt. Wir erwarten deshalb von den Bundesländern, dass sie klare Anweisungen zur Anwendung der DIN und gegen das FGSV-Merkblatt formulieren" , sagte Knapp.

Glasfaser 6 Zentimeter tief in der Asphaltdecke

Der Verband kleiner und mittelständischer Kabelnetzbetreiber FRK (Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation) erklärte im August 2021, dass Kommunen die Haftung für Schäden an getrenchter Glasfaser tragen müssten, wenn diese bei Arbeiten an darunter liegender Versorgungsinfrastruktur beschädigt würde. Deshalb sei der Einsatz von Trenching ohne ausreichende Garantien durch den Netzbetreiber mit einem hohen Risiko behaftet.

Vodafone kündigte 2021 an, in Dresden sein Festnetz mit Nano-Trenching auszubauen . Mit Nano-Trenching wird die Glasfaser mit einem Stufenschnitt nur 6 Zentimeter tief in die Asphaltdecke verlegt. Solche Tiefen werden in der Norn nicht behandelt.


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