Glasfaser: Telekom will 2021 breiten FTTH-Ausbau starten
Konzernchef Timotheus Höttges hat auf der Hauptversammlung der Deutschen Telekom(öffnet im neuen Fenster) erstmals konkrete Zusagen zu Fiber To The Home (FTTH) gemacht. Höttges sagte laut Redemanuskript (PDF)(öffnet im neuen Fenster): "Ab 2021 wird die Telekom jedes Jahr rund zwei Millionen Haushalte direkt mit Glasfaser anschließen. Wenn die Politik den richtigen Rahmen setzt. Aber: Wir brauchen Fairness beim Ausbau neuer Netze. Das heißt: keine Regulierung bei Glasfaser."
Damit werde doppelte Verlegung vermieden, denn die Telekom wolle ihr Netz auch in Zukunft an die Konkurrenten vermieten und selbst deren neue Netze zu gleichen Konditionen mieten. Dies solle aber nicht reguliert, sondern "frei und fair verhandelt werden".
Tatsächlich wäre es für die Telekom unwirtschaftlich, FTTH auszubauen und diese Netze dann reguliert Wettbewerbern als Vorleistung anzubieten. Theo Weirich, Geschäftsführer von Wilhelm.tel aus Norderstedt sagte dazu im April 2018, das Ziel sei keine komplette Regulierungs- oder Rechtsfreiheit. "Doch alle, die in die Infrastruktur investieren, sollten die Möglichkeit dazu haben, auch die Telekom." Nötig seien Spielregeln wie ein marktverhandelter, diskriminierungsfreier Open Access und die Bundesnetzagentur als Schiedsrichter, wenn auf eine Regulierung von FTTB/H-Netzen verzichtet werde. Zudem sollten die Marktteilnehmer Vorleistungen auf bereits bestehende Glasfasernetze einkaufen statt auf Überbau zu setzen. Damit würden Anreize dafür gesetzt, dass sich mehr Unternehmen im echten Glasfaserausbau engagierten. Auch die Milliarden der Telekom würden für den Ausbau in Deutschland gebraucht.
Telekom will Funklöcher schließen
Höttges verwies in seiner Rede auf anstehende größere FTTH-Projekte: "Jetzt kommt der nächste Schritt. Wir bauen Glasfaser bis ins Haus: Bautzen 56.000 Haushalte, Vorpommern-Rügen 40.000 Haushalte, Naumburg/Saale 46.000 Haushalte."
Zudem betonte der Konzernchef die höhere Uploadrate der Vectoring-Anschlüsse: "Hier bieten wir bis zu 40 MBit pro Sekunde. Das ist mehr als in den Kabelnetzen." Doch beim neuen Spitzenangebot von Unitymedia in Bochum werde mit dem Kabelnetzstandard Docsis 3.1 mehr geboten. Die Downloadrate ist mit 1 GBit/s, der Upload mit 50 MBit/s angegeben. Normalerweise sollen 850 MBit/s im Download zur Verfügung stehen, minimal würden 500 MBit/s geboten. Im Upload sind es normalerweise 35 MBit/s und minimal 15 MBit/s.
Auch für den Mobilfunk macht Höttges Zusagen: "Wir schließen Funklöcher. Dazu erhöht die Deutsche Funkturm ihre Investitionen. 1.200 neue Standorte bauen wir dieses Jahr, im kommenden Jahr 2.000." Bis Ende 2018 würden 95 Prozent der Bevölkerung mit LTE versorgt. Die Angabe bezieht sich aber nicht auf die versorgte Fläche in der Bundesrepublik, sondern auf die Bevölkerung.
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