Glasfaser: Telekom will 10 Millionen FTTH-Anschlüsse bis 2024
Mit Glasfaser bis in die Wohnung will die Deutsche Telekom deutlich mehr Haushalten schnelles Internet ermöglichen als bisher. Entsprechende Pläne bekräftigte Konzernchef Tim Höttges am 1. April in Bonn auf der Online-Hauptversammlung des Unternehmens(öffnet im neuen Fenster).
Bis Ende 2024 sollen demnach FTTH-Anschlüsse in 10 Millionen deutschen Haushalten verfügbar sein. Das wären fast 8 Millionen Haushalte mehr als bisher – ob die Verbraucher entsprechende Verträge unterschreiben, ist eine andere Frage.
2020 verlegte die Telekom Glasfaser bis in die Wohnungen und Häuser von 600.000 Haushalten, 2024 soll dieser Wert auf 2,5 Millionen klettern. "Die Zukunft heißt Glasfaser", sagte Höttges.
Danach sollen pro Jahr weitere 2,5 Millionen Haushalte pro Jahr Glasfaser-Zugang bekommen. "Das ist die Schlagzahl, mit der die Deutsche Telekom Glasfaser in jede Wohnung respektive jedes Haus bringen will." Bis 2030 sollen alle Haushalte in das Glasfasernetz kommen können. Hierbei ist der Ausbau durch Wettbewerber allerdings inbegriffen.
Das Vorhaben der Telekom ist teuer, bis 2024 sollen die Glasfaser-Ausgaben von zuletzt jährlich 1,5 Milliarden Euro auf 2,5 Milliarden Euro steigen. "Das ist eine Rieseninvestition, vielleicht die größte Investition in der Geschichte der Deutschen Telekom", sagte Höttges.
Der Konzernchef verwies auf den hohen Aufwand beim Ausbau, der durch die digital vernetzte Verlegetransporter aber effizienter und damit auch schneller werde. Zudem gewährte er vor der Kamera Einblick in die Bauarbeiten. Er zeigte eine sogenannte Erdrakete – ein 20 Kilo schweres Metall-Gerät, das einen Durchmesser von 10 Zentimetern hat und mit Druckluft unterirdisch durch den Garten getrieben wird. In die dadurch geschaffene Öffnung kommt ein Rohr samt Glasfaserstrang.
Glasfaser lohnt sich
Lohnen sich die Milliardeninvestitionen? Diese Frage beschäftigte die Aktionäre, die in dem Online-Format einer Hauptversammlung keine Kritik am Rednerpult üben konnten und Fragen vorab einreichen mussten. Bisher sind reine Glasfaseranschlüsse, also Fiber to the Home (FTTH), relativ teuer. Höttges zeigte sich dennoch überzeugt vom wirtschaftlichen Potenzial der Investitionen. "Die Nachfrage nach hohen Bandbreiten wächst kontinuierlich", sagte er.
Der Wettbewerber Vodafone bietet ebenfalls Gigabit-Verträge an, setzt hierbei aber auf TV-Kabel auf der letzten Strecke bis zur Wohnung und nicht auf Glasfaser. Vodafones Preise sind niedriger als die von FTTH-Internetverträgen. Allerdings gilt reines Glasfaser-Internet als stabiler als TV-Kabel – wenn abends praktisch die ganze Straße Filme streamt oder große Datenpakete herunterlädt, sinkt das Übertragungstempo pro Haushalt bei FTTH nicht so stark wie bei TV-Kabeln.
Die Deutsche Telekom hat ein sehr gutes Geschäftsjahr hinter sich, nach der Übernahme des US-Konkurrenten Sprint stieg der Umsatz erstmals auf einen dreistelligen Milliarden-Euro-Betrag. Auf den Umsatz von 101 Milliarden Euro entfiel ein Gewinn von 4,2 Milliarden Euro und damit 7,5 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. "2020 war ein Jahr mit vielen Herausforderungen und vielen Erfolgen", sagte Aufsichtsratschef Ulrich Lehner. "Es war das beste Jahr in der bisherigen Firmengeschichte."
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