Glasfaser: Telekom soll Absatzprobleme mit Gigabit FTTH haben
In Städten soll es der Deutschen Telekom schwerfallen, ihre neuen Glasfasertarife zu verkaufen. Das berichtet das Handelsblatt (Paywall)(öffnet im neuen Fenster) unter Berufung auf Insider. Danach kommt sie hier bislang im Durchschnitt auf eine Abschlussquote von weniger als zehn Prozent der potenziell versorgten Haushalte. Gigabit-Tarife laufen demnach aufgrund ihres hohen Preises besonders schlecht.
Vor allem in Großstädten habe die Telekom "erhebliche Probleme" , sagte Torsten Gerpott von der Universität Duisburg-Essen dem Handelsblatt, der häufig für Telekom-Konkurrentenverband VATM (Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten) auftritt. Vorläufigen, von ihm erhobenen Daten zufolge war die Take-up-Rate "auch im laufenden Jahr" schwach. Gerpott ist Professor für den Bereich Unternehmens- und Technologieplanung und verfasst regelmäßig Studien für den VATM.
Ein Telekom-Sprecher teilte auf Anfrage mit, dass er die schlechte Quote "nicht bestätigen könne" . Er betonte, dass der Konzern den Glasfaserausbau als "langfristiges Projekt" sehe. Die Telekom will in diesem Jahr bis zu drei Millionen Haushalte in Deutschland neu mit Glasfaser versorgen.
Von den bis Ende 2022 rund 5,4 Millionen von der Telekom potenziell versorgten Haushalten hatten bis 31. März 769.000 einen Glasfaseranschluss aktivieren lassen.
Telekom-Chef spricht von 20 Prozent Take-up-Rate
Die Telekom ist der größte FTTH-Netzbetreiber Deutschlands. "Wir haben im ersten Quartal 65.000 Glasfaserkunden begrüßen können" , sagte Telekom-Finanzchef Christian Illek am 11. Mai 2023.
Konzernchef Höttges räumte ein: "Der Anteil von 1 Gigabit-Tarifen ist natürlich noch sehr gering. Die Vermarktung von FTTH-Anschlüssen ist noch nicht da, wo wir hinwollen. Wir sind jetzt bei über 20 Prozent bei den Neuanschlüssen, die wir vermarkten. Da müssen wir noch kräftig zulegen." Schuld daran sei das gut ausgebaute Super-Vectoring-Netz in Deutschland, was zu einer geringen Wechselbereitschaft führe. Dies werde sich laut Höttges in den kommenden Jahren ändern.
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