Glasfaser: Telekom sagt Hausstich in drei Monaten zu
Die Konkurrenten werfen der Deutschen Telekom vor, Glasfaser nur bis zum Bordstein und nicht weiter auszubauen, um andere Netzbetreiber fernzuhalten. Golem.de wollte von der Telekom wissen, wie lange der Hausstich wirklich dauert.
Telekom-Sprecherin Marion Kessing sagte dieser Redaktion: "Ich würde das gerne in zwei Möglichkeiten unterteilen: zum einen der Fall, wenn der Anschluss gebucht wurde, während der Erstausbau in dem Gebiet noch läuft. Dann dauert es bis maximal drei Monate nach Abschluss des Erstausbaus, bis der Anschluss einsatzbereit ist, also Gebäudeanschluss und Kundenanschluss gebaut sind."
Wenn der Haushalt erst bucht, nachdem der Ausbau in einem Gebiet bereits abgeschlossen ist, werde der Anschluss innerhalb von 100 Arbeitstagen realisiert. "In diesen Fällen brauchen wir gegebenenfalls neue Genehmigungen und müssen bei den Tiefbauern eine Einzelbeauftragung durchführen" , erklärte Kessing.
Laut dem mit der Telekom konkurrierenden Branchenverband VATM gebe es keine Standardberechnung, in welchem Zeitfenster nachträglich ein Hausanschluss von Homes passed zu Homes Connected und Activated realisiert werden könne. Jeder Hausanschluss müsse mit dem Hauseigentümer, gegebenenfalls der Wohnungswirtschaft und mit den Bewohnern/Mietern per Vertragsabschluss abgestimmt werden. "Allein durch diese Abstimmungsmodalitäten können in der Praxis einige Monate oder mehr bis zur Aktivierung eines neu zu bauenden Anschlusses vergehen" , erklärte VATM-Sprecherin Maria Schlechter Golem.de.
VATM: Glasfaser ist für die Telekom eigentlich unattraktiv
VATM-Geschäftsführer Frederic Ufer betonte: "Die Wettbewerber setzen alles daran, jeden Kunden so schnell wie möglich an das Glasfasernetz anzuschließen und ihn unter Vertrag zu nehmen. Erst dann beginnt die Refinanzierung der getätigten Investitionen." Die Telekom habe daran weniger Interesse, da der Kunde bereits auf ihrem abgeschriebenen DSL-Netz Umsätze für sie generiere. "Wir interpretieren daher die Marktzahlen so, dass die Telekom die Investitionen in den Hausstich scheut, Glasfaser nur in den Bordstein legt und mit dieser Strategie Wettbewerber vom Ausbau abhalten will. Mit anderen Worten: Das Geschäftsmodell Glasfaser ist für die Telekom eigentlich unattraktiv" , erklärte Ufer.
Kessing betonte dagegen: "Die Voraussetzung für einen Glasfaseranschluss ist, dass Glasfaser bis zum Haus kommt. Und natürlich wollen wir die Häuser und Wohnung dann anschließen. Wir meinen das sehr ernst und setzen dafür sehr viel in Bewegung. Gerade erst haben wir ein eigenes Glasfaser-Portfolio gestartet."
Der Konzern habe 14.000 Beschäftigte in seiner Fiber Factory. Zudem wurden rund 1.000 Monteurinnen eingestellt, die in die Häuser und Wohnungen gehen, um Glasfaser anzuschließen. Man habe die eigene Tiefbau GmbH nur für Hausanschlüsse gegründet. "Unsere Zusammenarbeit mit den Wohnungswirtschaften zeigt, dass wir in die Wohnzimmer wollen. Und schließlich haben wir uns jede Menge vorgenommen: 450.000 neue Hausanschlüsse in diesem Jahr, das sind doppelt so viele wie im Vorjahr."
Die Telekom baut derzeit deutschlandweit in rund als 3.000 Städten und Gemeinden Glasfaser aus. Ihr Glasfasernetz ist jetzt 770.000 Kilometer lang. Insgesamt könnten aktuell 8,8 Millionen Haushalte einen Glasfaseranschluss bei uns buchen. Damit ist gemeint, dass die Glasfaser bis zum Bordstein liegt.
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