Glasfaser: Telekom bestreitet hohe Folgekosten durch Trenching

Die Deutsche Telekom weist B ehauptungen von hohen Folgekosten durch Trenching zurück. "Die Tiefe der Verlegung ist für die spätere Haftung unerheblich" , sagte Telekom-Sprecher Christoph Handwerk Golem.de auf Anfrage. Kabel- und Rohr-Anlagen der Telekom würden mit deren Tiefenlage dokumentiert.
Unternehmen, die Baumaßnahmen in öffentlichen Verkehrswegen ausführten, seien dazu verpflichtet, sich vor Baubeginn eine Trassenauskunft einzuholen, betonte Handwerk. Darüber hinaus handele die Telekom nach dem Telekommunikationsgesetz (TKG) und berücksichtige, ob eine mindertiefe Verlegemethode überhaupt in Frage komme.
"Sofern die bei der Trassenauskunft dokumentierten Anlagen berücksichtigt werden, ist mit keinem höheren Schadenrisiko als bei anderen Verlegetiefen zu rechnen" , sagte Handwerk. Würden solche Auskünfte nicht eingeholt, sei das fahrlässig. "So kann die Telekom für entsprechend verursachte Schäden selbstredend nicht haften. Dies gilt unabhängig von der Trassentiefe" , erklärte der Sprecher.
FRK sieht Trenching als gefährlich an
Der Verband kleiner und mittelständischer Kabelnetzbetreiber FRK (Fachverband Rundfunk- und Breitbandkommunikation) hatte erklärt, dass Kommunen die Haftung an Schäden an getrenchter Glasfaser tragen müssten, wenn diese bei Arbeiten an darunter liegender Versorgungsinfrastruktur beschädigt würde. Deshalb betrachte man den Einsatz von Trenching ohne ausreichende Garantien durch den Netzbetreiber als "ein finanzielles russisches Roulettespiel mit sechs Patronen in der Trommel" .
Für die mittelständischen, meist lokal oder regional verwurzelten FRK-Mitglieder gelte die übliche Faustformel: "60 Zentimeter unter dem Bürgersteig, 80 Zentimeter unter der Straße und 120 Zentimeter unter Kreis-, Landes- und Bundesstraßen" , sagte FRK-Chef Heinz-Peter Labonte.
Ein Nachteil von Trenching sei, dass darunter liegende Versorgungsleitungen im Wartungsfall schwerer zu erreichen seien, sagte Stefan Sauer (CDU), Mitglied des Bundestags-Ausschusses Digitale Agenda, am 23. März 2021 während der Veranstaltung VATM Virtuell . "Hier muss Handschachten zum Einsatz kommen und das kommt tatsächlich teurer" , erklärte Sauer.
Wer die Mehrkosten übernehme, sei weiter ungeklärt. Laut früheren Aussagen des Städte- und Gemeindetags Nordrhein-Westfalen kann vor einer Verlegung des Glasfaserkabels in der Rückenstütze des Bordsteines nur gewarnt werden, da ein Längsschnitt den Querschnitt der Rückenstütze schwächt.



