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So schön könnte der Glasfaserausbau in Deutschland sein.
So schön könnte der Glasfaserausbau in Deutschland sein. (Bild: Danny Krull/Flickr.com/Ausschnitt/CC-BY-SA 2.0)

Massenansturm und -investitionen bleiben aus

Dass der Glasfaserausbau so viel schleppender vorangeht als der Telefonausbau Ostdeutschlands und nicht auf die schnelle Möglichkeit der Telefonmasten zurückgegriffen wird, dürfte damit zusammenhängen, dass der Ausbau nicht vehement genug gefordert wird. Nach der Wende war wohl das rigorose Beharren von großen Teilen der Bevölkerung auf einen eigenen Anschluss der ausschlaggebende Grund für den flächendeckenden Ausbau.

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Mit der politischen Wende und der Wiedervereinigung wünschten sich viele Bewohner der neuen Bundesländer nichts mehr als einen Lebensstandard, der vergleichbar war mit dem in den alten Bundesländern - und dazu gehörte der Telefonanschluss. Insbesondere in den Anfangsjahren nahmen die Kunden eines potenziellen Telefonanschlusses die Werbeversprechen der Telekom so ernst, dass die damit verbundene Überlastung zu teils chaotischen Szenen auf den damals zuständigen Postämtern führte. Selbst von Handgreiflichkeiten und der Notwendigkeit zur Schlichtung durch die Polizei berichtet das Magazin Spiegel im Frühjahr 1991.

Heutige Forderungen zum Internetausbau auf dem Land sind im Vergleich dazu bestenfalls lethargisch, was mit der demografischen Entwicklung zu erklären ist. Die Bevölkerung Deutschlands ist im Schnitt rund 50 Jahre alt, tendenziell ist die Landbevölkerung noch älter. Die Nutzung des Internets nimmt mit zunehmendem Alter aber deutlich ab, Streamen von UHD-Filmen oder das Herunterladen von 60 GByte Daten für das neueste Computerspiel gehören nicht zu den Alltagsszenarien. Und für Grundaufgaben wie das E-Mail-Schreiben und für das auch bei der älteren Generation beliebte Whatsapp reichen die existierenden Kupferleitungen oder der limitierte Mobilfunk in einer überbuchten Funkzelle völlig aus.

Glasfaser ist alternativlos

Der Anteil der Bevölkerung, der zum Arbeiten auf eine bessere Leitung angewiesen ist und sich daher für den Glasfaserausbau einsetzt, ist in solchen Regionen gering. Das ist schade, denn mit einem entsprechenden Internetausbau könnte wohl das Abwandern von Arbeitgebern und -nehmern in die Städte, wenn nicht verhindert, doch immerhin verlangsamt werden. Mit gut ausgebauten Leitungen könnten ländliche Gebiete für Arbeitnehmer wieder attraktiver werden, die dank Digitalisierung zunehmend ortsunabhängig arbeiten können.

Aber auch klassische Formen der Arbeit auf dem Land wie die Landwirtschaft oder kleinere Handwerksbetriebe sind inzwischen auf schnelles Internet angewiesen. Eine einzige Mobilfunkzelle für Hunderte Haushalte oder ein DSL-Signal, das über kilometerlange Kupferleitungen geschickt wird, genügt modernen Anforderungen und Internetdiensten eben nicht.

Für die rein privatwirtschaftlich organisierten Netzbetreiber gibt es allerdings offenbar weder genügend Druck durch die Kunden noch ausreichend wirtschaftliches Interesse am flächendeckenden und schnellen Glasfaserausbau. Eigentlich wäre es Sache des Staates, immerhin in diesem Bereich dafür zu sorgen, dass die im Grundgesetz beschriebene Schaffung gleicher Lebensverhältnisse im ganzen Land umgesetzt wird.

Der Bundesregierung darf schlechter Mobilfunk nicht reichen!

Doch ohne ausreichenden Druck aus der Bevölkerung scheut auch die Bundesregierung vor Kosten, die einen kaputtgesparten Haushalt noch stärker ins Wanken bringen könnten. Die für den Breitbandausbau bereitgestellten Summen heutzutage sind im Vergleich zu den Milliardenbeträgen von früher geradezu verschwindend gering und die Auflagen für die Auszahlung lächerlich.

Die Bundesförderung zum Breitbandausbau beträgt zurzeit gerade einmal 4 Milliarden Euro. Diese Gesamtsumme wird aber über mehrere Jahre hinweg verteilt ausgezahlt und ist außerdem "technologieneutral". Das heißt: Auch schlechter Mobilfunk mit einer theoretischen Übertragungsrate von 50 MBit/s könnte gefördert werden und erfüllt am Ende auch das selbstgesteckte Ziel der Regierung zum Breitbandausbau. Völlig egal, ob das tatsächlich genutzt werden kann oder nicht.

Wenn weder Bevölkerung noch Industrie genügend Anreize setzen, müsste eigentlich der Staat, also die Regierung, die grundsätzliche Aufgabe übernehmen, eine Infrastruktur aufzubauen, die über Jahrzehnte hinweg noch zukunftsfähig bleibt. Wie erwähnt, passiert aber auch das nicht. Hier muss ein Umdenken stattfinden! Die Regierung muss bereit sein, in den kommenden Jahren jeweils einen hohen einstelligen Milliardenbetrag zu investieren - und zwar mit dem alleinigen Fokus auf Hausanschlüsse. Auf dem Land geht das kostengünstig und ganz einfach per Mast. Also eigentlich alles wie früher - nur eben mit moderner Glasfasertechnik.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

 Glasfaser: Nun hängt die Kabel doch endlich auf!

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Kein Kostverächter 23. Jan 2017

Die einzige Sichtweise, die Berlin nicht in Ostdeutschland verortet ist die derjenigen...

Thiesi 20. Jan 2017

Allerdings waren sechsstellige Nummern in Berlin in den 90ern schon eher die Ausnahme...

Thiesi 20. Jan 2017

"Ein Blick in die jüngere Vergangenheit zeigt, dass ein flächendeckender Netzausbau bis...

tonictrinker 16. Jan 2017

Wie wäre es dann, wenn Du Dir Dein Essen auf dem Balkon selbst anbaust? Wieso sollten...

Twinnyman 15. Jan 2017

Es ist doch vollkommen egal wo man wohnt. Meines Erachtens ist das mittlerweile eine...



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