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Glasfaser in Freiburg: Telekom kommt wegen wirrer Auflagen nicht weiter

Um Bauwurzeln zu schonen, sollte die Telekom in Freiburg Glasfaser im Zickzack ausbauen. Das dortige Tiefbauamt lehnte den Plan des Gartenbauamtes aber ab.
/ Achim Sawall
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Saugbagger saugt Steine, Geröll und Abraum aus Baugruben in seinen Laderaum. (Bild: Deutsche Telekom)
Saugbagger saugt Steine, Geröll und Abraum aus Baugruben in seinen Laderaum. Bild: Deutsche Telekom

Die Deutsche Telekom sieht sich in Freiburg im Breisgau durch Auflagen und langwierige Genehmigungsverfahren an einem schnellen Glasfaserausbau gehindert. Das erklärte der Netzbetreiber am 18. Januar 2022 in seinem Firmenblog(öffnet im neuen Fenster). Die Telekom will in der Großstadt in Baden-Württemberg 25.000 Haushalte mit Glasfaser ins Internet bringen.

Dabei fürchtet das Gartenbauamt, dass der Saugbagger der Baufirma mit seiner Höhe Baumkronen beschädigen könnte. Deshalb sei in vielen Ortsterminen mit der Telekom jeder einzelne Baum betrachtet und festgelegt worden, wo der Saugbagger zum Einsatz kommen darf und wo nicht. Wo das Gerät nicht zugelassen wurde, "kann nur mit kleinem Gerät gebaggert und geschaufelt werden. Dort geht es dann sehr langsam voran", erklärte die Telekom.

Telekom-Regionalmanager Christopher Beußel sagte: "Wir müssen hier quasi jeden Baum einzeln betrachten. Wir gehen mit dem Baumbeauftragten der Stadt jeden Baum durch und schauen, was die Besonderheiten sind. Nicht jeder Baum ist gleich, gleich alt und hat das gleiche Wurzelwerk."

Das Freiburger Gartenbauamt schlug für die geplante Glasfaserstrecke daher mehrere Straßenquerungen vor. Je nach Lage der Baumwurzeln sollte die Leitung also die Straßenseite wechseln. Doch das städtische Tiefbauamt lehnte den Vorschlag für das "Zickzack-Internet" ab, um den Straßenkörper zu schützen und den Verkehrsfluss nicht zusätzlich zu bremsen.

Auch ein mindertiefes Verlegen in 40 statt 60 Zentimetern wurde nicht genehmigt. Beußel sagte: "Um diese Bäume zu schützen, würden wir gerne alternative Verlegemethoden wie beispielsweise Mindertiefe einsetzen. Leider hat die Stadt Freiburg noch keine Zustimmung dazu erteilt."

Baukolonnen dürfen nicht zu schnell arbeiten

Auch darf nicht zu schnell gearbeitet werden. Laut einer verkehrsrechtlichen Anordnung darf zudem in Freiburg pro Baukolonne und Tag nur eine Grube von maximal 50 Metern Länge ausgehoben werden. Eine einzelne Kolonne würde eine deutlich längere Strecke schaffen. Doch ab 50 Metern muss eine neue Grube geöffnet werden, aber erst, wenn die alte wieder geschlossen ist.

Dennoch laufe die Vermarktung gut: "Über 60 Prozent aller Haushalte haben schon einen Glasfaseranschluss beantragt", berichtete Beußel. Freiburg hat 231.000 Einwohner, welche 60 Prozent hier gemeint sind, geht aus dem Beitrag nicht hervor.

Die Gemeindeverwaltung in Freiburg hat eine Anfrage von Golem.de zu dem schwierigen Ausbau nicht beantwortet.


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