Glasfaser: Hannover will 1&1 Versatel nicht an Abwasserkanal lassen

1&1 Versatel möchte gemeinsam mit der Firma Fast Opticom Leerrohre und Glasfaser in Abwasserkanälen der Stadt Hannover verlegen, doch die Verwaltung wehrt sich dagegen. Das erklärte Frederic Ufer, Leiter Recht und Regulierung beim Verband der Anbieter von Telekommunitations- und Mehrwertdiensten (VATM) im Gespräch mit Golem.de. Strittig ist laut einem Schreiben des VATM an die Bundesnetzagentur, ob durch eine Verlegung von Leerrohren von etwa drei Kilometern Länge in Abwasserkanälen im innerstädtischen Bereich Beeinträchtigungen entstehen.
Dabei sei es 1&1 Versatel wichtig, diesen kurzen und direkten Weg durch den Abwasserkanal zu wählen, da die Stadt Hannover den Weg einer konventionellen Verlegung im Straßenraum durch die "Anordnung verschiedener Aufbruchssperren" vereitele, was zu einer Verdreifachung der Kosten durch Umwege und einer erheblichen zeitlichen Verzögerung der Erschließung führen würde, heißt es in dem Schreiben.
Die Entwässerungsbetriebe befürchten, dass durch die Mitnutzung der passiven Infrastruktur eine Beanspruchung der Dichtkissen entstehen würde, die die Leerrohre in Mitleidenschaft ziehen könne. Dies hat laut Darstellung des VATM der gutachterlichen Überprüfung nicht standgehalten. Auch der Ablehnung wegen fehlenden Platzes fehlt es laut dem Schreiben "an einer hinreichend konkreten Begründung" .
Wegen des Widerstands der Entwässerungsbetriebe läuft ein Verfahren vor der Beschlusskammer der Bundesnetzagentur unter Berufung auf die Mitnutzung passiver Infrastruktur nach dem Diginetz-Gesetz. 1&1 Versatel Deutschland will eine unkomplizierte Beilegung des Streits.