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Glasfaser Direkt: Wieder ein Glasfaserbetreiber im Insolvenzverfahren

Glasfaser Direkt hat seinen britischen Investor verloren und ist zahlungsunfähig. In zwei Fällen stand das Unternehmen im direkten Wettbewerb mit der Telekom .
/ Achim Sawall
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Ausbau in Altenstadt a.d. Waldnaab (Bild: Glasfaser Direkt)
Ausbau in Altenstadt a.d. Waldnaab Bild: Glasfaser Direkt

Das Kölner Unternehmen Glasfaser Direkt(öffnet im neuen Fenster) hat Insolvenz angemeldet. Das geht aus einer öffentlichen Bekanntmachung(öffnet im neuen Fenster) hervor. Glasfaser Direkt ist beim Amtsgericht Köln mit dem Aktenzeichen 70c IN 30/23 im Insolvenzverfahren. Zum vorläufigen Insolvenzverwalter wird Rechtsanwalt Mark Boddenberg aus Köln bestellt.

In zwei Fällen stand Glasfaser Direkt offenbar im direkten Ausbauwettbewerb mit der Telekom. Dies waren Weiherhammer und Grafenwöhr, beide im Oberpfälzer Landkreis Neustadt. Glasfaser Direkt war in fünf Bundesländern aktiv und ist an den Standorten Köln, Amberg und Euskirchen vertreten. Das Unternehmen stattete 25.000 Haushalte in der Eifel und in Bayern mit FTTH aus.

Hintergrund der Insolvenz ist nach Informationen der Wiertschaftswoche(öffnet im neuen Fenster) , dass der britische Investor John Laing sich aus dem Glasfaserausbau in Deutschland zurückzog. Der Infrastrukturinvestor, der seit dem Jahr 2021 zum US-amerikanischen Private Equity-Konzern KKR gehört, kündigte zuvor an, 1 Milliarde Euro in den deutschen Glasfaserausbau zu investieren. "Wir haben den Freiraum geschaffen, unsere Ausbauprojekte mit einem anderen Investor weiterzuführen und wachsen zu lassen" , sagte eine Sprecherin des Unternehmens der Wirtschaftswoche: "Wir führen den Geschäftsbetrieb fort." 60 Angestellte bleiben im Unternehmen. 17 Beschäftigte in Probezeit verlieren ihren Arbeitsplatz.

Damit ist nach Liberty Network Germany binnen weniger Wochen erneut ein Mitglied des Branchenverbands Breko im Insolvenzverfahren. "Die Insolvenz der Glasfaser Direkt ist kein Indiz für eine abnehmende Dynamik im deutschen Glasfaserausbau." , sagte Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. "Das Beispiel Glasfaser Direkt unterstreicht allerdings die Wichtigkeit passender Rahmenbedingungen für Investitionen in den Glasfaserausbau, um Verunsicherungen im Markt zu vermeiden. Bereiche, in denen Branche und Politik dringend gemeinsam für bessere Voraussetzungen sorgen sollten, betreffen den volkswirtschaftlich unsinnigen Doppelausbau von Glasfasernetzen, eine Fokussierung der öffentlichen Förderung auf wirklich bedürftige Gebiete sowie die Beschleunigung und Digitalisierung der Genehmigungsverfahren."


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