Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Glasfaser: Digitale Souveränität braucht Dark Fiber, meint 1&1 Versatel

1&1 Versatel bemängelt, dass es zu wenig Dark-Fiber-Angebote in Deutschland gibt. Sogar Regulierung sei hier nötig.
/ Achim Sawall
23 Kommentare undefined News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Dark Fiber von der Bahn (Bild: Deutsche Bahn)
Dark Fiber von der Bahn Bild: Deutsche Bahn

Die Debatte rund um die digitale Souveränität Europas konzentriere sich zumeist nur auf Clouddienste und Software, doch die Glasfaserinfrastruktur mit Zugang zur unbeschalteten Glasfaser (Dark Fiber) sei "das Fundament, auf dem alles aufbaut" , sagte Frank Rosenberger. Der Chief Executive Officer von 1&1 Versatel sagte Golem weiter. Zwar existierten bereits viele Kooperationen auf Basis von Bitstream von bereits aktiv betriebenen und vorkonfigurierten Anschlüssen als Vorleistungsprodukt. Servicequalität und Sicherheit könnten Diensteanbieter ihren Kunden jedoch nur dann vollständig garantieren, wenn sie auch Zugang zur Dark Fiber bekämen.

Nur so seien eigene Verschlüsselungstechnologien, redundante Routen und eine durchgängige Kontrolle der Datenübertragung möglich, erklärte Rosenberger.

Zugang zu unbeschalteter Glasfaser längst Standard

In der Schweiz, in Frankreich und in skandinavischen Ländern sei der Zugang zu unbeschalteter Glasfaser längst Standard. Dort stellten Infrastrukturbetreiber passive Infrastruktur über zentrale Plattformen zur Mitnutzung bereit. Rosenberger betonte: "Deutschland bleibt bislang hinter seinen Möglichkeiten zurück. Nicht weil die Technik fehlt, sondern weil Zugang und Standardisierung defizitär sind." Hierzulande blockierten exklusive Nutzungsregelungen den Fortschritt.

Vor allem aus Sicht der Wirtschaft brauche Deutschland einen verpflichtenden, diskriminierungsfreien Zugang zur unbeschalteten Glasfaser, aber auch zu aktiven Vorleistungsprodukten. Hier fordert der 1&1-Manager staatliches Eingreifen: "Wir brauchen dringend nach Kosten der effizienten Leistungsbereitstellung regulierte Entgelte und Standardisierung, denn der Aufwand für Zugangsanfragen ist heute unverhältnismäßig hoch. Einheitliche digitale Bestellprozesse wären ein enormer Fortschritt" , sagte er.

Die Deutsche Telekom bietet ihren Konkurrenten keine Dark Fiber an, wie Thilo Höllen, Senior Vice President Breitbandkooperationen des Konzerns, Ende November 2025 dem Onlinemagazin Inside Digital(öffnet im neuen Fenster) indirekt bestätigen musste. Große Dark-Fiber-Anbieter in Deutschland sind Gasline, DB Broadband oder Colt.

Wie Golem im Dezember 2025 aus Branchenkreisen erfuhr , stellen sich auch andere Netzbetreiber wie Deutsche Glasfaser, Telefónica, EWE und auch der Breko dagegen, Dark Fiber in die Regulierung einzubeziehen.


Relevante Themen